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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
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Farbe, Ton und Wort.

satzlose und schlechthin natürliche. Sie ist diejenige, bei derin den Grundrhythmus nichts Fremdes oder Störendes hinein-kommt. Dagegen bringt die Differenzierung, die ihm in denTönen von 300, 500, 700 Schwingungen zu teil wird, inwachsendem Mafse in den Grundrhythmus ein fremdes undstörendes Moment, ein Moment der Entzweitheit oder desWiderstreites hinein.

Ich füge gleich hinzu: Was von der Differenzierung desRhythmus 100 im Ton von 200 Schwingungen gilt, das gilt,obzwar in abnehmendem Grade, auch von den Differenzierungendesselben Rhythmus im Ton von 400, 800 u. s. w. Schwingungen.

Grundgesetz der Musik.

Hieraus wird zunächst eine bereits bezeichnete Tatsachebegreiflich. Oktavenschritte erscheinen nicht eigentlich alsFortgang zu einem Neuen, sondern als Wiederholungen Einesund Desselben, nur in höherer Lage.

Weiterhin erklärt sich aber aus dem bezeichneten Umstandefolgende für alle Tonkunst entscheidende Tatsache.

Die in den Tönen von 200, weiterhin von 400, 800 Schwing-ungen u. s. w. gegebenen Differenzierungen eines Grundrhythmus100 sind, als Differenzierungen, die in den Grundrhythmusnichts Fremdes oder keinerlei Widerstreit hineinbringen, in ab-nehmendem Grade unmittelbare Repräsentanten eben diesesGrundrhythmus. Sie sind mit ihm relativ identisch. Siesind also im Zusammentreffen mit den Tönen von 300, 500,700 Schwingungen diesen gegenüber relative Grundrhythmen.Sie sind für sie die Basis. Sie verhalten sich zu ihnen wiedie Ruhe zur Bewegung, wie das Insichbleiben zum Aussich-herausgehen, wie die Gleichgewichtslage zur Aufhebung der-selben, wie die volle Einheitlichkeit zur Getrübtheit.

Nun liegt in jedem Gegensatz oder Widerstreit die Tendenz,sich selbst aufzuheben. Es liegt in der Aufhebung des Gleich-gewichts die Tendenz, zur Gleichgewichtslage zurückzukehren.Es tendieren also im Zusammen eines Tons von 300, 500,700 Schwingungen mit einem Ton von 200, 400, 800 Schwing-