Drittes Kapitel: Konsonanz und Dissonanz.
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über ihre Schwingungsverhältnisse gesagt wurde, einen einzigenGrundrhythmus gemein, nämlich den Rhythmus, der unmittelbarin dem Grundton gegeben ist. In unserm Falle ist dies derRhythmus 100. Und alle Teiltöne des Klanges sind Differen-zierungen dieses Grundrhythmus. Der Klang ist also einabsolut einheitliches, zugleich mehr oder minder reiches Systemvon „Tonrhythmen“, absolut einheitlich darum, weil ein einzigerGrundrhythmus für alle Töne die Basis bildet. Hieraus ver-stehen wir das Gefühl der inneren Einheitlichkeit oder der Ein-stimmigkeit mit sich selbst, das wir angesichts des musi-kalischen Klanges haben. Und wir verstehen den Lustcharakterdieses Gefühles.
Verschiedene Klänge.
Der Klang, den ich bisher voraussetzte, ist der Normal-klang. Darunter verstehe ich denjenigen, in welchem allemöglichen Teiltöne gegeben sind, zugleich so, dafs sie anStärke nach oben zu sukzessive abnehmen.
Es kann nun aber auch geschehen, dafs in einem Klangdie höheren Obertöne fehlen, oder zum mindesten nur dieniedrigeren erhebliche Stärke haben. Es fügen sich etwa ineinem Klang zu seinem Grundton aus 100 Schwingungen nurder erste und zweite Oberton, oder was dasselbe sagt, derzweite und dritte Teilton, also zum „Grundton“ von 100 Schwing-ungen die Töne von 200 und 300 Schwingungen.
Diese Töne nun stehen mit dem Grundton in besonderseinfachen Schwingungsverhältnissen, nämlich 1:2 und 2:3.Ein solcher Klang ist also in sich möglichst konsonant. Zu-gleich aber ist er arm, es fehlt die reichere Differenzierungdes Grundrhythmus. — Davon haben wir ein entsprechendesGefühl, ein Gefühl des allzu Einfachen, relativ Leeren.
Lassen wir aber jetzt in einen solchen Klang sukzessiveauch die höheren Obertöne hineintreten, oder nehmen an, dafssie gröfsere Kraft gewinnen. Dann wird der Klang reicher,voller, interessanter.
Werden schliefslich die hoffen Obertöne zu stark, dann