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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
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Farbe, Ton und Wort.

gesagt für das Bewufstsein, derKlang. Die Töne sindob-jektiv, d. h. als physikalische Vorgänge gegeben. Sie treffenauch an das Ohr und erregen die Seele. Aber die seelischenErregungen, die Tonempfindungsvorgänge, rufen nicht jeder fürsich den ihm zugehörigen Ton ins Dasein, sondern sie ver-einigen sich zur Hervorbringung des einzigen akustischenoder Tonbildes, das wir Klang nennen. In dieser Vereinigungder Tonempfindungsvorgänge zur Hervorbringung des einzigenakustischen Bildes, Klang genannt, besteht dieVerschmelzungder Töne zum Klang.

Weil die Töne in solcher Weise zum Klang verschmelzen,heifsen sieTeiltöne des Klanges. Der tiefste und normalerWeise stärkste unter ihnen, in unserem Falle das C, ist derGrundton desselben; die übrigen Töne heifsen dieObertönedesselben.

Jeder Klang hat seine bestimmte Höhe. Diese Höhe fälltmit der Höhe des Grundtons zusammen. Der Grundton be-stimmt also die Höhe des Klanges. Dagegen macht sich dasDasein der Obertöne im Bewufstsein nur bemerkbar in derKlangfarbe des Klanges. Der Klang hat je nach der Anzahlund Stärke der Obertöne überhaupt, oder bestimmter unterihnen,, diese oder jene Klangfarbe.

Ich sage, die einzelnen Teiltöne des Klanges werden nichtfür sich gehört. So verhält es sich in der Tat, so lange undso weit der Klang als Klang für mich besteht, d. h. so langedie Tonempfindungsvorgänge zu dem einen Klang ver-schmelzen. Es können aber auch einzelne dieser Vorgängeverselbständigt werden. Dann wird der entsprechende Tonherausgehört, der Klang wirdanalysiert. Soweit diese Analysestattfindet, hört der Klang auf, Klang zu sein; er wird zumZusammenklang. DieAnalyse eines Klanges ist die Verselbst-ständigung einzelner Tonempfindungsvorgänge, wodurch diesein Stand gesetzt werden, statt mit den anderen zum Klangzu verschmelzen, den ihnen für sich allein zugehörigen Em-pfindungsinhalt ins Dasein zu rufen. Im übrigen hat dieseKlanganalyse für uns keine weitere Bedeutung.

Alle Teiltöne eines Klanges haben nach dem, was oben