458
Farbe, Ton und Wort.
klingen. Wir betrachten also auch diese irgendwie als auseinander folgenden Erregungselementen bestehend, oder denkensie in solche auflösbar. Und wir nehmen an dafs diese Folgenvon Elementen sich zu einander verhalten wie 200:300 oderwie 2: 3.
Dann haben auch diese Tonerregungen einen Rhythmusgemein. Dieser Rhythmus ist in jedem der beiden Töne fürsich betrachtet nicht „Grundrhythmus“; er ist es nur der Mög-lichkeit nach. Neben ihm sind viele andere Grundrhythmender Möglichkeit nach in jedem der beiden Töne enthalten. Aberjener Rhythmus wird zum gemeinsamen Grundrhythmus, indemdie Tonerregungen Zusammentreffen. In diesem Zusammen-treffen fixiert jede der Tonerregungen in der anderen den ge-meinsamen Rhythmus, hebt ihn heraus, kurz macht ihn zumtatsächlichen Grundrhythmus.
Und dieser Grundrhythmus erscheint nun in dem einenTon in der einen, im anderen in der anderen Weise diffe-renziert.
In dem Grundrhythmus der beiden Töne ist aber umso-mehr das Ganze dieser beiden Töne enthalten oder durch sierepräsentiert, der Grundrhythmus schliefst also in umso höheremGrade die beiden Töne zumal in sich, je einfacher das Schwingungs-verhältnis und damit das, Verhältnis der in den einzelnen Ton-erlebnissen gegebenen Rhythmen ist. Es sind also auch, jeeinfacher die Schwingungsverhältnisse sind, umsomehr diebeiden Tonerlebnisse durch den gemeinsamen Grundrhythmusinnerlich vereinheitlicht. Und da die Konsonanz nichts ist, alssolche Vereinheitlichung, so wächst die Konsonanz notwendigmit der Einfachheit der Schwingungsverhältnisse.
Diese Vereinheitlichung der konsonanten Töne in einemeinzigen Grundrhythmus findet statt, wenn Töne simultan, undebenso, wenn sie nacheinander gegeben sind. Auch imletzteren Falle treffen ja die Töne, falls nicht einer über demanderen völlig vergessen wird, in der Seele zusammen. Nurist das Zusammentreffen hier ein Hinzutreten des einen Toneszu dem bereits vorhandenen anderen.