Drittes Kapitel: Konsonanz und Dissonanz.
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vereinheitlichendes Gemeinsame und eine solche Gegensätzlichkeitunmittelbar vor. Wir finden, je vollkommener die Konsonanz zweierTöne ist, in umso höherem Grade die physikalischen Schwingungs-folgen, die ihnen zu Grunde liegen, durch einen gemeinsamenGrundrhythmus an einander gebunden. Und wir finden, je mehrdie Konsonanz der Dissonanz sich nähert, oder in sie übergeht,desto mehr den gemeinsamen Grundrhythmus durch Ver-schiedenheit und Gegensätzlichkeit verdrängt. Es ist also indiesen physikalischen Schwingungen unmittelbar dasjenige ge-geben, was wir für die „Töne“, d. h. für die „psychischen Ton-erlebnisse“ oder die Tonempfindungsvorgänge — unabhängigdavon — auf Grund der Tatsache des Konsonanzgefühlesfordern müssen.
Und da ist nun die Annahme unvermeidlich, dafs zwischenBeidem ein innerer Zusammenhang bestehe, dafs mit einemWorte die „rhythmische Verwandtschaft“ der physikalischenSchwingungsfolgen die Verwandtschaft, die wir den entsprechen-den Tonerlebnissen zuerkennen müssen, begründe. Manwird nicht annehmen, dafs jene rhythmische Verwandtschaftzwischen den musikalischen Schwingungsfolgen auf dem Wegezur Seele oder zum Gehirn verloren, und hier durch ein Wundervon neuem erzeugt werde.
Dies heifst, wir müssen dabei bleiben, zu sagen: Diephysikalischen Rhythmen „klingen irgendwie“ in die Ton-erregungen oder Tonempfindungsvorgänge „hinein“. Sie tundies zum mindesten in der Art, dafs die rhythmischen Ver-hältnisse dabei erhalten bleiben.
Damit haben wir eine mögliche, und ich füge hinzu, dienach psychologischen Gesetzen einzig und allein mögliche Er-klärung der Konsonanz und Dissonanz gewonnen.
Theorie der Tonrhythmen.
Kehren wir jetzt zurück zu den Tönen von 200 und300 Schwingungen. Die hier gegebenen Rhythmen lassen wirnunmehr vollkommen ruhigen Gewissens in die durch dieSchwingungsfolgen erzeugten seelischen Erregungen hinüber-