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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
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Farbe, Ton und Wort.

Rot, sondern eben Rot einer roten Blume. Es ist das roteLeuchten eines Dinges von dieser bestimmten Struktur und dementsprechenden Verhalten zum Licht. Und ist nun die Ober-flächenbeschaffenheit Träger einer bestimmten Art der Lebendig-keit, die erfahrungsgemäfs in einen bestimmten Lebenszusammen-hang hineingehört, so nimmt auch der dadurch bedingte Charakterder Farbe an dieser Bedeutung teil.

Auch Erzeugnisse der menschlichen Hand, das Seiden-gewebe etwa, haben eine bestimmte Art der Lebendigkeit, einensozusagen persönlichen Charakter. Und sofern hierdurch derCharakter der Farbe bestimmt ist, ist auch hier wiederum dieFarbe, oder dieser Charakter derselben, Träger einer bestimmtenArt der inneren Lebendigkeit.

Drittes Kapitel: Konsonanz und Dissonanz.

Konsonanz und Schwingungsverhältnisse.

Sehen wir ab vom Rhythmus der Aufeinanderfolge vonTönen, von dem oben die Rede war. Dann bleibt als Grund-frage der Ästhetik der Musik die Frage nach dem Wesen derKonsonanz und Dissonanz.

Von Konsonanz und Dissonanz sprechen wir um eineseigenartigen Gefühles willen, das wir beim Zusammentreffenoder der Folge von Tönen haben, und das wir als Konsonanz-bezw. Dissonanzgefühl bezeichnen.

Dieses Gefühl ist nicht einfach ein Lustgefühl. Ich habedas Gefühl der vollkommensten Konsonanz, wenn ein Tonund seine Oktave zusammenklingen. Aber dies Gefühl ist nichtzugleich das höchste Lustgefühl, das ich angesichts einesZusammenklanges von zwei Tönen haben kann. Sondern ichhabe ein höheres Lustgefühl gegenüber der minder vollkommenenKonsonanz. Der Zusammenklang eines Tones und seiner Quinte