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Farbe, Ton und Wort.
Dazu ist zu sagen: An solcher Färbung des Lustgefühlesist kein Zweifel. Aber die Stimmung ist etwas von ihr durch-aus Verschiedenes. Auch angenehmen Geschmacksempfin-dungen gegenüber habe ich ein so oder so gefärbtes Lust-gefühl; darum scheint mir doch der Geschmack nicht in eineStimmung getaucht. So gewifs in Farben jederzeit eineStimmung liegt, so gewüs sind Geschmäcke stimmungslos.
Die „Stimmung“ ist, wie gesagt, eine gesamte Weisemeines inneren Verhaltens, meiner Aktivität oder Passivität.Die Stimmung der Heiterkeit besagt, date ich leicht, frei,spielend, die Stimmung des Ernstes, dafs ich in einer ruhigintensiven, einer kraftvoll zusammengefafsten und stetig fest-haltendm Weise innerlich tätig bin.
Und solche Stimmungen nun verlege ich in die Farbe.Sie sind ein von der Farbe selbst, ebenso wie von dem Ge-fühl, das ich angesichts der Farbe habe, oder dessen Gegen-stand die Farbe ist, Verschiedenes, das ich zu ihr hinzubringe.
Dafs es in der Tat so ist, davon habe ich ein unmittel-bares Bewufstsein. Ich freue mich über das heitere Gelb, dasernste Tiefblau, das sehnsüchtige Violett, das warme Rot. Soist es nach Aussage meines unmittelbaren Bewufstseins; ich^ebe ein unmittelbares Bewufstsein s er leb ni s in diesenWorten kund. Diese Worte sagen aber, dafs die Heiterkeit,der Ernst, die Sehnsucht nicht blofse Färbungen oder Be-stimmtheiten meines Gefühls der Freude sind, sondern zumGegenstand der Freude gehören. Nicht die Freude, sonderndie Farbe, an der ich mich freue, erscheint mir als heiter, ernstsehnsüchtig, warm.
Zugleich erkenne ich doch deutlich diese Heiterkeit, diesenErnst als etwas von der Gelbheit oder Bläue selbst Ver-schiedenes. Ich unterscheide im Objekt meiner Freude dieseStimmung von ihrem Träger. Ich erlebe mein Gefühl derFreude nicht lediglich als bezogen auf die Farbenqualität,sondern aufserdem auf etwas Anderes, etwas Unsagbares,das sie umschwebt oder worin sie getaucht erscheint, eine sieumgebende Atmosphäre, etwas von ihr Ausströmendes, ihrAtmen.