Erstes Kapitel: Farben und Farbenverbindungen.
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der Weise, wie sie mich anmuten, nämlich eigentümlich ruhig,ernst, breit u. s. w.
Aber diese übereinstimmende Weise meines Angemutet-seins durch die tiefe Farbe und den tiefen Ton mufs nunihren Grund haben. Und dieser kann nur liegen in einer Über-einstimmung des Ton- und des Farbenerlebnisses selbst. Dadiese Übereinstimmung sich aber nicht in den Bewufstseins-inhalten findet, so mufs sie jenseits derselben liegen. Unddies kann nur heifsen: Es mufs eine Übereinstimmung in denEmpfindungsvorgängen bestehen.
Hier sehen wir also, Empfindungsvorgänge können über-einstimmende Momente in sich tragen, denen nichts Gemein-sames in den Empfindungsinhalten entspricht. Es können alsoüberhaupt Empfindungsvorgänge Eigenschaften besitzen, die inden zugehörigen Empfindungsinhalten kein Korrelat haben.
Dieser Sachverhalt ist nicht verwunderlich. Da die Em-pfindungsvorgänge die Inhalte ins Dasein rufen, so ist freilichjedesmal die Beschaffenheit des Inhaltes durch die Eigenartdes Vorganges oder der psychischen Erregung bedingt. Abersie braucht nicht durch die ganze Eigenart derselben bedingtzu sein. Es kann in einem Empfindungsvorgang Seiten,Momente, Komponenten geben, in deren Natur es liegt, dafssie für die Beschaffenheit des Empfindungsinhaltes bedeutungs-los sind.
Dafs es in Farbenempfindungen in der Tat solche Momentegibt, ist nach Obigem aufser Zweifel.
Wie dem nun aber sein mag, in jedem Falle bleibt esdabei: Jeder Empfindungsvorgang hat seinen eigentümlichenCharakter. Wir können genauer sagen: Er hat seinen eigen-tümlichen Erregungscharakter. Dabei ist unter dem „Er-regungscharakter“ speziell der Charakter des Empfindungsvor-ganges verstanden, der, oder soweit er die Weise bedingt, wieich mich im Erleben des Vorganges „innerlich erregt“, oder„angemutet“ fühle.
Und diesen Erregungscharakter nun müssen wir bei denschönen Farben näher dahin bestimmen, dafs wir sagen: Esist in den ihnen entsprechenden seelischen oder Empfindungs-