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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
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Drittes Kapitel: Die rhythmische Bewegungseinheit.

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Der Himmel ist blau, ist der Himmel dasjenige, von dem etwasausgesagt werden soll, der Gegenstand, um den es sich handelt,das Thema. Darauf weist der Satz zunächst hin; diesen Aus-gangspunkt stellt er zunächst fest. Aber nicht um dabei zubleiben, sondern um von da zur Prädizierung fortzugehen. ImVollzug der Prädizierung ist die gedankliche Bewegung vollendet.Damit ist zunächst wiederum gesagt, wiefern jene beiden be-tonten Worte bezw. Silben ein Recht haben, betont zu sein.Ihre Stellung im Gedankenzusammenhang ist eine herrschende.

Aber diese Stellung ist auch wiederum bei den beidenWorten eine grundverschiedene. Ich lege in jener gedanklichenBewegung zunächst Nachdruck auf denHimmel. Ich konzen-triere darauf die apperzeptive Tätigkeit; ich verweile dabei; aber,wie gesagt, um von da fortzugehen. Das Verweilen ist zu-gleich ein Fortstreben. Dagegen kommt in demblau dieBewegung zur Ruhe, das Streben findet darin seine Befriedigung.

Und dieser Sachverhalt nun findet in einem völlig neuen,bisher nicht erwähnten sinnlichen Elemente des Rhythmusseinen Ausdruck. Ich meine die Tonhöhe. Ich spreche dasHimmel in höherer, dasblau in tieferer Stimmlage. Diebetonte Silbe vonHimmel hat einen Hochton, dasblau einenTiefton. Der Hochton ist das natürliche Ausdrucksmittel jenesStrebens, der Tiefton das natürliche Ausdrucksmittel der zurRuhe kommenden Bewegung. In jenem liegtSpannung, indiesem Lösung. Mit dieserSpannung ist hier nicht gemeintdie Anspannung der Auffassungstätigkeit, von der vorhindie Rede war. Diese findet in jeder Betonung statt. Es istauch nicht gemeint die Spannung zwischen verschiedenenHauptbetonungen. Sondern es ist gedacht an die Spannung, dieallemal im unbefriedigten oder noch nicht befriedigten Strebenliegt, die Spannung aus dem Gegensatz zwischen dem Strebenund dem, wogegen es gerichtet ist.

Auch diesen Sachverhalt nun müssen wir übertragen aufjede einfache oder minder einfache rhythmische Bewegungs-einheit, oder jeden einfachen oder minder einfachenrhythmischenSatz. Mit dem zu ihm gehörigen Gegensatz zweier Haupt-betonungen geht Hand in Hand der Gegensatz des Hochtons

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