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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
Entstehung
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Der Rhythmus.

objektiv gegeben ist, nicht zu belassen, sondern zu einerRhythmisierung höherer Stufe fortzugehen.

Dieses Bedürfnis besteht nun auch weiterhin, d. h. ichbleibe auch nicht bei der Betonung des ersten von je zweiTaktschlägen der Reihe, sondern ich betone wiederum von jezwei betonten Taktschlägen einen, etwa wiederum den ersten,in höherem Grade, und lasse den zweiten relativ unbetont,belasse es also hier bei der minderen Betonung. Und ichbetone wiederum in noch höherem Grade einen ersten vonzweien dieser stärker betonten Taktschläge u. s. w.

Ich halte etwa meine Taschenuhr vors Ohr und folge demGang der einzelnen Schläge. Dann ertappe ich mich darauf,dafs ich den ersten von je zwei Taktschlägen, zugleich inhöherem Grade den ersten von vier, wiederum in höheremGrade den ersten von acht, von sechzehn, von zweiunddreifsig,und schliefslich vielleicht von vierundsechzig Schlägen innerlichbetone. Ein Ganzes aus vierundsechzig Schlägen scheintrhythmisch in dieser Weise geordnet.

Und auch hier müssen wir wiederum sagen : Gesetzt

dies System von Betonungen und Unbetonungen höherer undniedrigerer Stufe ist objektiv gegeben, dann ist das Ganze ausden vierundsechzig Schlägen für mich erfreulich. Es ist dies,weil es dem Bedürfnis der Betonung in verschiedenen Stufen,oder dem Bedürfnis, die Rhythmisierung auch in höherer undimmer höherer Stufe zu vollziehen, entgegenkommt.

Rhythmische Gliederung.

ln solcher regelmäfsigen Betonung oder apperzeptivenHeraushebung einzelner Schläge besteht nun aber noch nichtdas eigentliche Wesen des Rhythmus. Es besteht nicht indieser Folge von Spannung und Entspannung. Sondern dieseist nur die eine Seite der Sache. Die andere Seite ist die Zu-sammenfassung von Elementen der Reihe zu gleichartigenEinheiten. Und dies Moment vereinigt sich mit jener wech-selnden Betonung zu einem Dritten, nämlich zur Unterordnungdieser Einheiten unter die betonten Elemente.