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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
Entstehung
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Erstes Kapitel: Die einfachsten Formelemente des poetischen Rhythmus. 297

gebenen und des subjektiven Bedürfnisses. Jenes bietet sichvon sich aus, d. h. vermöge seiner eigenen Beschaffenheit, zuder Weise der Auffassung dar, auf welche die Gesetzmärsigkeitmeiner Auffassurigstätigkeit hinweist. Dieser Einklang ist einnatürlicher Grund der Lust an jenem objektiven Rhythmus.

Was die objektive Betontheit betrifft, so sei hier nochausdrücklichbetont: Die Lautheit als solche ist nichtBe-tontheit. Sie ist zunächst nichts als Lautheit. Sie wirdzur Betontheit, sofern sie meine Betonung, d. h. die Spannungmeiner Auffassungstätigkeit fordert. Die objektive Betontheitist meine durch die Lautheit geforderte oder darin begründeteBetonung: Oder: Sie ist dies Begründetsein meiner Betonungin der Lautheit.

Die Folge der lauten und minder lauten Taktschläge fordert,so sage ich, den Wechsel der Betonung und Unbetonung, oderden Wechsel der Anspannung und Entspannung der Aufmerk-samkeit.

Eine gleichartige Forderung liegt nun aber, obzwar ingeringerem Grade, auch schon in der einfachen Folge gleicherTaktschläge. Diese Folge besteht ja nicht blofs aus Takt-schlägen, sondern sie schliefst auch Pausen in sich. Sie istdie regelmäfsige Folge eines Taktschlages, einer Pause, einesneuen Taktschlages u. s. w. Sie enthält also bereits einenregelmäfsigen Wechsel in sich. Und dieser Wechsel ist einWechsel des objektiv Betonten und Unbetonten. Die Takt-schläge sind im Vergleich mit den Pausenbetont, d. h. dieErfassung jedes der Taktschläge erfordert eine relative An-spannung der Aufmerksamkeit. Die Pause, oder der Fortgangvon jedem Taktschlag zu jedem folgenden, fordert ein Nach-lassen derselben. Wir haben also bereits in dieser einfachenFolge gleicher Taktschläge einen objektiven Rhythmus.

Darnach ist die regelmäfsige Betonung eines ersten vonzwei Taktschlägen in der Reihe bereits eine Rhythmisierunghöherer Ordnung. Das Bedürfnis, angesichts der Reihe ab-wechselnd einen Taktschlag zu betonen, und den nächsten un-betont zu lassen, ist ein Bedürfnis, es bei jener Rhythmisierung,die schon in der einfachen Folge von gleichen Taktschlägen