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Raumästhetik.
Dies schlierst doch die vertikale Symmetrie nicht aus. Abervorausgesetzt ist dabei, dafs der Gedanke der Schwere in demsymmetrischen Gebilde selbst ausgeschaltet ist; und der Gedankeder Ausdehnungsbewegung zwischen oben und unten, derblofsen Erstreckung, des Verlaufens, des Auseinanderhaltensoder Verbindens an die Stelle tritt. Dadurch wird die vertikaleBewegung der horizontalen gleichwertig. (Jnd soweit sie ihrgleichwertig ist, besteht auch die Möglichkeit vertikaler Sym-metrie. So kann selbst die Säule symmetrisch gebildet sein.Sie wird es sein, wenn ihre Aufgabe ist, Teile eines im übrigenbereits in sich festen Gefüges auseinanderzuspannen.
Umgekehrt können die horizontalen Bewegungen qualitativverschieden sein. Dann widerstreben sie zugleich der symme-trischen Bildung. Der aus der festen Wand sich herausstreckendeArm hat eine völlig andere Funktion in der Richtung nach derWand, als in der Richtung von der Wand hinweg. Dort tritter mit der Wand in Wechselwirkung, hier endigt er frei;darum findet hier die Symmetrie keine Stelle.
Gleichgwicht in der Bewegung. Elastizität.
Wo nun in solcher Weise ein Objekt der symmetrischenBetrachtung widerstrebt, tritt an die Stelle der symmetrischenjene andere Betrachtung, von der oben zuerst die Rede war,d. h. die Betrachtung eines Ganzen als eines von einem Endezum andern werdenden oder verlaufenden.
Dieser Betrachtung kann aber immerhin, wie wir schonsahen, eine Art der symmetrischen Betrachtung, d. h. der Be-trachtung von einem Punkte aus nach entgegengesetzten Rich-tungen, sich ein- und unterordnen. Ich betrachte den dorischenBau zunächst nicht vom Architrav aus, sondern von seinemuntersten nach seinem obersten Ende zu. Aber ich betrachteihn doch sekundärer Weise auch in jener ersteren Art: Ichsehe in ihm ein Ganzes, das von unten nach oben entstehtund sich aufbaut, das aber doch zugleich von unten und vonoben her gegen den Architrav hinwirkt.
Solche Unterordnung der symmetrischen Betrachtung unter