Fünftes Kapitel: Gleichgewicht und Bewegung.
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meinem auf irgendwelche Ziele gerichteten Wollen, wenn ichirgendwie von einem festen Punkte aus nach entgegengesetztenRichtungen in gleicherweise mich betätige, oder entgegengesetzteWeisen meiner Betätigung in einem Punkte sich zusammenfassen.Ich kenne das eigentümliche Glücksgefühl, das aus jeder Artsolchen inneren Gleichgewichtes sich ergibt. Und weil es soist, darum und darum allein sind mir Formen, in welchen einsolches Gleichgewicht sich auszusprechen scheint, darum sindmir vor allem die symmetrischen Formen menschlich, alsoästhetisch verständlich und erfreulich.
Die Frage nun, wann in einem räumlichen Gebilde ent-gegengesetzte Tätigkeiten in der hier vorausgesetzten Weisesich das Gleichgewicht halten, d. h. in einem absoluten Ruhe-punkte sich zusammenfassen können, ist bereits allgemeindahin beantwortet: Wenn die von entgegengesetzten Seiten herin der Mitte sich zusammenfassenden Tätigkeiten einandergleich sind, wenn also gleichartige Tätigkeiten oder Bewegungen,die in einer Mitte ihren Indifferenzpunkt haben, von der Mittenach entgegengesetzten Richtungen auseinandergehen, oder wennsolche Tätigkeiten oder Bewegungen von entgegengesetzten Rich-tungen her in der Mitte sich treffen und sich da ins Gleich-gewicht setzen.
Nun fragt es sich aber weiter, welche Formen oder Weisender räumlichen Tätigkeit der Natur der Sache nach, sei es ansich, sei es vermöge der Stellung, welche sie in einem um-fassenderen Ganzen einnehmen, dieser Betrachtungsweise zu-gänglich sind oder sie erfordern.
Da nun ergibt sich, dafs diese Betrachtungsweise vorzugs-weise gegenüber dem horizontal Ausgebreiteten ihre An-wendung finden mufs. Dies heifst zugleich, dafs symmetrischeBildung zunächst in horizontaler Richtung möglich ist. Diehorizontalen Bewegungen sind an sich gleichartige Bewegungen.Es macht keinen qualitativen Unterschied, ob sie von einerMitte nach rechts oder nach links gehen.
Dagegen stehen vertikale Bewegungen in einem natür-lichen, qualitativen Gegensatz; die Bewegung nach unten ge-horcht, die Bewegung nach oben widerstrebt der Schwere.