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Raumästhetik.
Symmetrie und Gleichgewicht.
Im Vorstehenden ging ich aus von der symmetrischenGliederung einer geschlossenen Folge von Elementen. Von daging ich fort zu derjenigen symmetrischen Gliederung einerbeliebig ausgedehnten Reihe, in der bestimmten Elementenandere symmetrisch sich unterordnen. Der Unterschied derbeiden Fälle ist der, dafs dort die symmetrische Betrachtungeine einmalige ist, hier gleichzeitig oder nacheinander an vielenPunkten sich vollzieht.
Bei der letzteren Art der symmetrischen Gliederung wurdeaber zugleich darauf aufmerksam gemacht, wie die symmetrischeBetrachtung in eine Betrachtung der Reihe als einer in sichlebendigen und durch eigene innere Tätigkeit sich selbst sym-metrisch gliedernden sich verwandelt.
Erst diese letztere Betrachtung nun ist die ästhetische.Erst indem die Reihe nicht nur von mir symmetrisch betrachtetwird, sondern als symmetrisch sich betätigende und dadurchsich selbst im Gleichgewicht erhaltende erscheint, hat sieästhetischen Wert und demnach Schönheit. Erst diese Symmetrieist ästhetische Symmetrie.
Dies gilt nun aber von jeder Symmetrie. Auch die fürsich stehende Folge von drei Elementen ist für die ästhetischeBetrachtung symmetrisch geordnet, wenn das Ganze sich selbstsymmetrisch ausbreitet, und in der Mitte bezw. in den End-gliedern sich zusammenfafst und so im Gleichgewicht erhält.Auch hier ist erst diese eigentätige Symmetrie und das ausihr stammende innere Gleichgewicht des objektiv Gegebenenästhetisch befriedigend.
Achten wir aber speziell auf den ästhetischen Sinn diesesGleichgewichtes. Wie die innere Tätigkeit überhaupt, so istauch dies Gleichgewicht, das sich das objektiv Gegebene durchinnere Tätigkeiten gibt, von uns eingefühlt. Es ist ein in dasObjektive eingefühltes, von mir unmittelbar erlebtes eigenesGleichgewicht. Ich weifs, was ein solches Gleichgewicht fürmich bedeutet, wenn ich es irgendwie in mir finde, in meinemkörperlichen Tun oder Verhalten, oder in meinen Gedanken,