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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
Entstehung
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Fünftes Kapitel: Gleichgewicht und Bewegung.

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qualitativen werden. Im Ganzen der Reihe liegt überall diesBeides: Ausdehnung oder Sichausstrecken, und andererseitsZusammenfassung. Und nun ist es natürlich, dafs diese quali-tativ einander entgegengesetzten Funktionen nebeneinander undräumlich getrennt zur Verwirklichung gelangen, so doch, datesie dabei in Einheit und innerer Wechselwirkung bleiben. Diesgeschieht, wenn abwechselnd ein Element der Reihe gestreckt,ein anderes in sich zusammen gezogen erscheint. Jetzt ver-wandelt sich die überall vorhandene Ausdehnung und Zu-sammenfassung in einen rhythmischen Wechsel des Sich-ausdehnens und Zusammenfassens. Da die Elemente eineEinheit bilden, so bleibt doch diese Ausdehnung und dieserZusammenhalt eine Funktion des Ganzen. Nur sind diese ver-schiedenen Funktionen abwechselnd in verschiedenen Gliedernrepräsentiert. Damit ist der Gegensatz der Funktionen un-mittelbar anschaulich, und das Ganze in höherem Grade alsvorher für die unmittelbare Anschauung lebendig geworden.

Eine solche innerliche Lebendigkeit einer Reihe zeigt unsetwa das aus abwechselnd gestreckten und in sich zusammen-gezogenen Gliedern bestehende Astragal. Erscheint als dieGrundfunktion desselben die Ausdehnung, so sind in ihm diegestreckten Glieder die eigentlichen Träger der Funktion desGanzen. Die zusammengezogenen Glieder dienen; sie gebendieser Ausdehnung ihren festen Halt. Sie erscheinen den aus-gedehnten Gliedern untergeordnet.

Auch bei dieser qualitativen Differenzierung des Astragalsbestehen wiederum die beiden Möglichkeiten der innigeren undder loseren Bindung oder Verwebung: Die einanderfolgendengestreckten Glieder sind jedesmal durch ein einziges zusammen-gezogenes Glied unmittelbar an einander gebunden. Oder aberes befinden sich zwischen je zwei gestreckten zwei zusammen-gezogene Glieder, so dafs jedem gestreckten Gliede nach beidenSeiten eines dieser letzteren unmittelbar zugehört. Sofern ihmdoch auch das zweite dieser Glieder zugehört, besteht auch hiereine Verwebung; nur ist sie eine losere; es ist im Ganzen eineleichtere, freiere Bewegung, ein beweglicherer Zusammenhang.Jedermann kennt diese beiden Arten der Bildung des Astragals.