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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
Entstehung
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Raumästhetik.

Symmetrische Gliederung.

Bei der räumlichen Symmetrie aber verweile ich hier einenAugenblick. Immer, wenn ein räumliches Mannigfaltige nebeneinander gegeben ist, ist es uns natürlich, oder besteht in unseine Tendenz, dasselbe von einem Punkte aus nach entgegen-gesetzten Seiten hin zu betrachten, also von der Mitte aus nachentgegengesetzten Seiten hin Element um Element apperzeptivhinzunehmen. Hier gewinnt dann jedesmal zugleich das Gesetzder qualitativen Übereinstimmung Kraft: Fasse ich ein Mannig-faltiges in solcher Weise auf, so besteht in mir ein Bedürfnis,nach beiden Seiten hin Gleiches vorzufinden, also für dieAuffassungstätigkeit einen gleichen Inhalt zu gewinnen. DasMannigfache ist mir erfreulich, wenn es vermöge seiner eigenenBeschaffenheit dieser Tendenz entgegenkommt.

Mit dieser Tendenz, nach beiden Seiten hin Gleiches auf-zufassen, verbindet sich aber zugleich die Tendenz, es in gleicherWeise aufzufassen, d. h. das Gleiche, das ich von der Mitteaus nach den entgegengesetzten Seiten vorfinde, in gleicherWeise zu apperzipieren, zusammenzufassen und zu sondern, zuordnen, zu gliedern.

Achten wir nun einen Augenblick speziell auf dies Letztere,Es sei ein möglichst einfaches Räumliches simultan gegeben.Eine Punktreihe etwa stelle sich dem Auge dar. Sie bestehezunächst aus drei Punkten. Dann ist es mir natürlich, die dreiElemente von der Mitte aus zu betrachten. Zugleich bestehtin mir die Tendenz, sie in eine Einheit zusammenzufassen, unddiese Einheit im mittleren Element gipfeln oder sich verdichtenzu lassen.

Ich strebe also diesem mittleren die beiden anderen, undzwar in gleicher Weise und in gleichem Grade, unterzuordnen.Damit ist zugleich eine Tendenz der Betonung des mittlerenElementes unmittelbar gegeben.

Und nehmen wir nun an, es sei dieser mittlere Punktobjektiv betont, d. h. irgendwie, etwa durch seine Gröfseherausgehoben. Dann fällt dieser Punkt in höherem ' Gradeauf. Dies heifst zugleich, er fordert mich auf, ihn zum herr-