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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
Entstehung
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Raumästhetik.

lebendig, abgesehen von seiner Ausfüllung. So ist etwa dervon den Wänden eines Gebäudes eingeschlossene Raum lebendig.Er ist es ganz und in allen seinen Teilen.

Der allgemeinste Grund für den Zwang der Einfühlung istauch hier wiederum gegeben in der sukzessiven und der ein-heitlichen Auffassung. Der Innenraum eines Do mes entstehtin meiner Auffassung, wUTdfe Linie. Er entsteht von einemPunkt aus, nämlich demjenigen, von dem aus ich ihn seinerBeschaffenheit zufolge naturgemäfs betrachte. __ E r b reitet sichnach den verschiedenen Richtungen aus. Alles dies in jedemMoment von neuem. Er ist_belebt in allen seinen Teilen, imgleichen Sinne wie der Raum des menschlichen Körpers. Erist nicht ein physischer, aber auch nicht ein blofs geometrischer,sondern ein ästhetischer Körper. Er hat event, seine Glieder.So hat der Raum einer Kirche mit Nischen und Hallen in diesenseine Glieder; er streckt sich, und strömt damit sein Leben insie hinein, so wie ein Mensch in seinen Gliedern sich ausstreckt,und sein Leben, d. h. seinen Willen in sie hineinströmt ^ Ertut dies gegebenen Falles frei, kühn, vielleicht spielend, wieein Mensch.

r, Und wie der Raum sich ausbreitet, — nicht etwa blofs einebestimmte Weite hat, — so farst er sich in seinen Grenzenzusammen, oder wird von ihnen zusammengefafst. Auch diesBegrenzen ist ein Tun.

Allen diesen Vorstellungsweisen liegt zugleich die Einheitdes Raumes zu Grunde. Denken wir uns die Grenzen ent-fernter oder weiter hinausgerückt, dann erweitert sich der Raumüber seine ursprünglichen Grenzen hinaus. Es kommt nicht etwaein neues Stück zu ihm hinzu.( Auch dieser erweiterte Raumist ja eine Einheit. Und er ist dieselbe Einheit wie derenger begrenzte, nur eben weniger eng begrenzt. Es liegt alsoin dem Raume die Fähigkeit oder die Kraft weiter sich aus-zudehnen. Und dieser Kraft nun wirkt die Begrenzung als eineneue Kraft entgegen. Und im Wechselspiel und Gleichgewicht"dieser Kräfte besteht der Raum, so wie im Wechselspiel desWirkens nach au[sen und der Zusammenfassung in sich selbstdas menschliche Individuum seinen Bestand hat.

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