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Raumästhetik.
brauche nicht zu sagen, welche Linie ich hier im Auge habe.Es ist die Linie der spezifisch „modernen“ Linienkunst.
Auch solche Linien sind uns ästhetisch verständlich oderkönnen es sein; nicht mehr rein mechanisch, aber menschlichverständlich. Und sie können demgemäß erfreulich sein.
Ich gehorche das eine Mal einem in einem Anfangsmomentgegebenen Impuls. Dann erfreut es mich, wenn dieser Impulsungehemmt sich auswirkt. Ein andermal folgt in meinem Tunein Impuls aus dem anderen stetig. Ich führe etwa schlitt-schuhlaufend das eine Mal eine bestimmte, sagen wir spiral-förmige Bewegung aus und freue mich, wenn mein Willensaktungehemmt und unaufgehalten bis zu Ende sich verwirklicht.Ein andermal leite ich eine Bewegung in eine andere, die nichtaus jener von selbst sich ergibt, stetig über. Dabei wird dieerste Bewegung nicht abgebrochen, sondern sie klingt aus. Abernicht in sich, sondern so, dafs sie in die zweite hinüberklingt.Und die zweite entwickelt sich, obgleich sie einer neuen Kraft-anstrengung entstammt, doch aus jener stetig heraus.
So können auch Linien von entsprechender Art ästhetischbefriedigen. Sie befriedigen in den einzelnen Teilen ihres Ver-laufes, u'eil die Kraft, die ich hier wirksam sehe, frei sich aus-wirkt. Es befriedigt das Ineinanderübergleiten, weil es ohneZwang geschieht. Endlich befriedigt das Ganze als Ganzes, indem Mafse als, trotz des Auftretens immer neuer Kräfte in denTeilen, dennoch die Folge der. Teile im Ganzen einer klar er-sichtlichen Gesetzmäfsigkeit folgt, eine einheitliche und ver-ständliche Gesamtbewegung darstellt; ein inneres Gleichgewichtin dieser Gesamtbewegung verspürbar ist.
Gebrochene Linien.
Allen stetigen Linien aber stehen gegenüber die gebrochenen.In diesen setzen an einem Punkt relativ neue Bewegungenmomentan ein. An jeder Bruchstelle beginnt ein relativ neuesLinienindividuum. Dies hindert nicht, dafs auch wiederum dieganze Linie vermöge des unmittelbaren Zusammenhanges derTeile den Anspruch stellt, eine Einheit zu sein. Und wir ver-