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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
Entstehung
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219
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Neuntes Kapitel: Zusätze zur Natureinfühlung. 219

sich befleifsigen. Schönheit eines Objektes ist ein für allemalSchönheit dieses Objektes; und nicht Annehmlichkeit dessen,was diesem meinem Körper zugehört. Die ästhetische Theoriefreilich kann, Vorurteilen zuliebe, Zuständlichkeiten meines Kör-pers mit dem ästhetischen Objekte und seinem Inhalte ver-wechseln. In der tatsächlichen ästhetischen Betrachtung abermeine ich niemals, Kälte und Wärme, Hunger und Durst, Er-müdung oder sexuelle Erregtheit, oder irgend welcher sonstigeInhalt vonOrganempfindungen, den ich in meinem Körperfinde, sei ein Bestandteil des vor mir stehenden ästhetischenObjektes. Es kommt mir demgemäfs auch niemals in den Sinn,die Annehmlichkeit oder Unannehmlichkeit solcher körperlichenZustände der Schönheit des Objektes zuzurechnen, bezw. sie davon in Abzug zu bringen. Ich sehe und weifs deutlichhier mich, dort das betrachtete Objekt.

Stimmungen und Stimmungsgefühle.

Jeneflüssigen Elemente, oder jene allgemeinen Natur-elemente, von denen oben die Rede war, haben, vermöge ihrerEigenart, noch eine besondere ästhetische Bedeutung. Sie sinddie spezifischen Träger der Stimmung. Hiermit stofsen wirauf eine eigentümliche neue Art der Einfühlung. Auf diesemufs noch besonders Gewicht gelegt werden.

Was ist Stimmung? Ich antworte: Stimmung ist nichtan sich ein Gefühl. Sondern es ist eine Zuständlichkeit meiner;ich bin so oder so gestimmt. Daran knüpft sich erst als un-mittelbarer Bewufstseinsausdruck ein Gefühl. Dies die Stim-mung begleitende Gefühl nennen wir Stimmungsgefühl.

Solche Stimmungsgefühle nun sind eigenartige Beispieledes Gefühls. Ein Gefühl haftet das eine Mal an inhaltlich be-stimmten Erlebnissen; es hat darin seinen Gegenstand. DieseGefühle wollen wir inhaltlich oder gegenständlich bestimmteGefühle nennen. Diesen stehen die Stimmungsgefühle als eineandere Art gegenüber.

Ich betrachte eine einzelne Linie, etwa eine Spirale, undhabe daran mein Wohlgefallen; dieses Gefühl ist kein