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Der Mensch und die Naturdinge.
mir dieselben immer nur in Gestalt vorgestellter Inhalte. Ichsehe nicht die Kühle oder Wärme, empfinde nicht schmeckenddas Saftige der Frucht, sondern ich sehe es den Gegen-ständen an.
Es bestehen aber in diesem Punkt, d. h. hinsichtlich desunmittelbaren Mitgegebenseins von Qualitäten der niederen Sinnein den Gesichtswahrnehmungen, wiederum erhebliche Unter-schiede zwischen den einzelnen Sinnesgebieten. Ich erwähntevorhin unter anderem die Gerüche. Mit ihnen scheint es indiesem Punkte übel bestellt. Ich kann nicht finden, dafs beider gemalten Rose irgendwie der mir bekannte Geruch derRose und seine belebende Wirkung mitspricht. Und Analogesgilt vom Geschmack. Ich erwähnte oben auch die Empfindungder Saftigkeit der Frucht. Diese aber ist nicht sowohl eineGeschmacks-, als eine Tastempfindung.
Dagegen scheinen die Tastqualitäten in erheblichem Gradeästhetisch in Betracht zu kommen. Ich denke etwa an dieWeichheit und Härte, die Rauhigkeit oder Glätte eines Gewebes,eines Fuîsboden- oder Wandteppichs, eines Gewandes. Auchdiese Qualitäten sehe ich nicht. Aber ich sehe sie dem Ge-webe unmittelbar an. Und ich habe zugleich in der Betrachtungdes Weichen unmittelbar das Wohlgefühl, das dasselbe, durchseine Nachgiebigkeit, in der Berührung spendet; in der Be-trachtung des Glatten das Gefühl der Freiheit des Darüber-gleitens, das mir durch die Glätte ermöglicht wird, in derBetrachtung des Harten und Rauhen das Gefühl des bedrohlichAgressiven, meiner Behaglichkeit Feindlichen. Auch hiervonwird später noch die Rede sein.
Unmittelbar zu den Tastempfindungen können weiterhindie Empfindungen der Wärme und Kühle gerechnet werden, dieoben schon besonders hervorgehoben wurden. In jedem Fallegehören sie zu denjenigen, die wir am meisten den Gegen-ständen „an sehen“. Doch wiederum nur in bestimmterWeise.Wir sehen die Kühle dem Schatten, die Wärme dem Sonnen-schein an. Und dabei verspüren wir etwas von dem Be-lebenden der Wärme und dem Erfrischenden der Kühle.