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Der Mensch und die Naturdinge.
Duft einer Blume ist nicht blofs dieser Duft, sondern er hateine darüber hinausgehende belebende Wirkung; er erfrischt,und weckt ein allgemeineres Wohlgefühl. Gleichartiges giltvom Geschmack der saftigen Frucht.
Und gesetzt nun, ich erlebe dieses psychische Lebensgefühlunmittelbar als aus der Wärme oder Kühle, dem Geruch oderGeschmack eines Objektes quellend, daran gebunden, darinliegend; ich fühle mich in meinem gesamten Dasein belebt,indem ich meine Aufmerksamkeit dem von mir unterschiedenenGegenstand zuwende, ich fühle mich so in der reinen Be-trachtung desselben. Dann liegt darin Schönheit oder einMoment der Schönheit.
Es ist nun aber die Frage, wie weit dies geschehen kann.Ich gehe etwa durch einen Wald; nicht betrachtend, sondern insinnlicher Wirklichkeit. Ich empfinde die Kühle und den Duftdes Waldes, und fühle mich dadurch in meinem Dasein ge-steigert, belebt, erfrischt, erquickt. Fühle ich jetzt dies Lebenoder diese Frische als vom Walde ausgeströmt, als einen Be-standteil oder ein Moment des Waldlebens, und vergessedabei mein reales Ich; fühle ich es, indem ich mit meinenGedanken nur in dem Walde und diesem Waldleben bin, dannsind die Kühle und der Duft Momente im ästhetischen Wesendes Waldes. Sie sind der Ausdruck einer in ihm wohnendenund von mir unmittelbar gefühlten Güte und Vortrefflichkeit;sie sind eine Weise desselben, sein inneres Wesen für michunmittelbar erlebbar kund zu geben.
Aber es ist Gefahr, dafs solche innere Hingabe an denWald, und solches Vergessen meines realen Ich, nicht ge-lingt; dafs ich das Leben, das die Kühle und der Duft desWaldes mir geben, die gesteigerte Aktivität, die Frische, nichterlebe als ein Moment des Waldlebens, sondern als etwas, dasdieser realen, zum Beispiel dieser spazierengehenden, oderdieser nach raschem Laufe der erfrischenden Kühle bedürf-tigen, oder dieser den Duft bewufst einsaugenden Persön-lichkeit zugute kommt, und ihr vom Wald realiter gespendetwird; dafs ich mit anderen Worten dies alles erlebe als ausmeinem Körper stammend, in der Wirkung, welche die Kühle