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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
Entstehung
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Neuntes Kapitel: Zusätze zur Natureinfühlung.

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gegen gebe ich nicht in gleicher Weise unmittelbar mein Innereskund durch Gerüche, Geschmäcke, Temperaturen. Es gibt keineSprache der Gerüche, Geschmäcke u. s. w. Es entstehennicht aus bestimmten inneren Vorgängen bestimmte Gerüche,Geschmäcke, Temperaturen.

Und gesetzt auch, sie entständen für mich, d. h. ichselbst empfände sie, so würden sie doch nicht von anderenmitempfun den.

Kurz, die Gerüche, Geschmäcke, Temperaturen, nehmennun einmal einerseits in mir selbst nicht die Stellung ein, undhaben andererseits für andere nicht die Bedeutung, wie sieden sichtbaren Formen oder Bewegungen meines Körpers undmeinen Lauten zukommt. Sie stehen nicht in einem gleich-artigen Zusammenhang mit Vorgängen in mir, insbesonderemit meinen Affekten, oder den allgemeinen Weisen meinesinneren Erregtseins. Und sie teilen sich nicht, wie meine Be-wegungen und Laute, anderen unmittelbar mit. Hiermit ist dereigentlich grundsätzliche Gegensatz der Inhalte der niedrigerenund jener höheren Sinne bezeichnet.

Möglichkeit der Einfühlung in Inhalte der niederen

Sinne.

So bleibt nur eine Möglichkeit der Einfühlung in die In-halte der niederen Sinne: Gewisse Eindrücke der niederenSinne wirken nicht nur auf meine sinnlichen Organe und denKörper, sondern sie wecken zugleich in mir ein darüber,d. h. über die körperliche Wirkung, hinausgehendes, mehr oderminder allgemeines und umfassendes psychisches Lebensgefühl.Und dies erscheint an die fraglichen Sinneseindrücke derartunmittelbar gebunden, dafs ich es, im betrachtenden Hin-gegebensein an die Eindrücke, unmittelbar erlebe, und als einunmittelbar in ihnen liegendes, oder von ihnenfreundlichgespendetes, verspüre.

Davon nun war schon oben die Rede.. Wir sahen schon,Wärme und Kühle wirken auf meine gesamte Persönlichkeit,auf die gesamte Weise meines psychischen Daseins. Auch der

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