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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
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Der Mensch und die Naturdinge.

des Objektes und im betrachtenden Hingegebensein an dasselbeals Bestimmtheit meiner erlebe, erlebe ich als an das Objektgebunden, ihm zugehörig, als eine Bestimmung seiner, kurz, icherlebe mich in dem Objekte.

Dafs ich mich in dem Objekt als einheitliches Individuum,und damit das Objekt als Individuum erlebe, dies ist, wie ge-sagt, die Vollendung der Einfühlung. Es ist aber eben damitzugleich die letzte Bedingung der Schönheit des Objektes.

Einheitlichkeit des Naturindividuums.

Dabei ist aber vorausgesetzt, da[s die Individualität wirk-liche, d. h. positive, in sich einheitliche Individualität ist. DasGefühl der Schönheit oder des ästhetischen Wertes ist dasbeglückende Gefühl der Kraft, des Reichtums und der Ein-stimmigkeit des Individuums mit sich selbst; und es ist das be-glückende Gefühl des ungehemmten Sichauslebens der Individua-lität, sofern dies nämlich ein Sichausleben einer Individualitätist, d. h. sofern darin eine Kraft, ein Reichtum, eine innere Ein-stimmigkeit oder Freiheit der Individualität zur Geltung oderzur Aussprache kommt. Wie wir sahen, kann auch im Leidenein solches Positive einer Individualität sich aussprechen, odermir zum gesteigerten Bewufstsein kommen. Demgemäfs kannauch die Zerstörung, die dem Baume oder irgend welchen Natur-objekten zu teil wird, positive ästhetische Bedeutung besitzen.Davon wird später genauer die Rede sein.

Hier ist uns aber noch besonders an der Einheitlichkeitoder inneren Einstimmigkeit des Naturindividuums gelegen. Wirmüssen noch fragen, wie diese sich genauer bestimme, oderwann für uns das schöne Naturobjekt solche Einheitlichkeit be-sitze. Diese Frage ist identisch mit der Frage, was denn für unsdie Teile des Objektes aneinander binde, oder nach welcherGesetzmäfsigkeit sie als zusammengehörig erscheinen. Ich be-tone, dafs dabei an die Naturobjekte, nicht an die von uns ge-schaffenen Einheiten gedacht ist.

Zum Eichbaum etwa gehören gewisse Grundzüge seinerBildung, eine bestimmte Grundform, und ein bestimmter all-