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Der Mensch und die Naturdinge.
lein allgemeines ästhetisches Formprinzip. Vielmehr, sie ist das,d. h. das über allen Formprinzipien stehende, ästhetische Form-prinzip. Jetzt aber ist die Form zu einem Inhalte gelangt, unddadurch allererst ästhetisch geworden.
Ich bezeichnete dieses Prinzip auch genauer als das Prinzipder Einheit in der Mannigfaltigkeit, oder als das Gesetz der diffe-renzierenden Einheitsapperzeption. Es liegt, so sagte ich, inunserer Natur, dafs wir nicht umhin können, ein Mannigfaches,das von uns zumal aufgefafst werden soll, als Einheit aufzu-fassen. Und wir haben die Tendenz, es zur möglichst voll-kommenen Einheit zusammenzuschliefsen. Zugleich aber be-steht auch wiederum die Tendenz, das Einzelne für sichaufzufassen. Oder umgekehrt gesagt: Es besteht in uns eineursprüngliche Nötigung, Einzelnes, das zumal der Apperzeptionsich darbietet, für sich zu apperzipieren, und es doch zugleichnach Möglichkeit in einer Einheit zusammenzuschliefsen, oderals eine ungeteilte Einheit zu betrachten. Oder endlich Beidesvereinigt: Es besteht in uns die Tendenz, Einzelapper-
zeptionen einer zusammenfassenden Apperzeption ein- undunterzuordnen.
Solche Zusammenfassung nun ist zunächst wiederum meineSache; sie ist mein Zusammenschlufs eines Mannigfaltigen ineinen einzigen Auffassungsakt. Die Einheit, welche das Mannig-fache durch die Zusammenfassung gewinnt, ist die Einheit desIch, worauf das Mannigfache zumal bezogen ist. Es ist die Ein-heit meines Tuns, des einen Griffes der Apperzeption, der dasMannigfaltige zusammengreift oder zusammennimmt.
Aber wir reden nun auch von objektiven Einheiten.Jedes „Ding“ ist eine objektive Einheit. Dies heifst: MeineZusammenfassung ist nicht willkürlich, sondern das Ding for-dert mich dazu auf, oder nötigt mich dazu. Die Einheit istinsofern an das Ding gebunden, in ihm selbst gegeben, etwasihm Zugehöriges. Diese Einheit aber ist, wie gesagt, Einheitdes Ich. Das eine ungeteilte Ich also finde ich in dem Ding.Ich finde mich in dem Ding, das Mannigfaltige desselbenumfassend oder umschliefsend.
Dies ist wiederum eine eigenartige Einfühlungstatsache.