Achtes Kapitel: Einheit und Freiheit in der Natur.
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haben vollziehen sehen. Sie vollzieht sich auch hier, wenn dieEinfühlung aufhört eine vollkommene zu sein, und vollends,wenn ich auf das Erlebte betrachtend zurückblicke. Jetzt wird,was früher Eines war, zweierlei. Jetzt erst ist demgemäfsauch der Moment gekommen, wo ich sagen kann: Ich fasseden Felsen auf. Jetzt erst ist die Auffassungstätigkeit, die inder vollen Einfühlung nur ein Tun überhaupt ist, zur Tätigkeitmeiner Auffassung des Felsen geworden. Erst in der Gegen-überstellung meiner und des Objektes hat das Wort „Auffassungdieses Objektes“ überhaupt einen Sinn gewonnen. Sofern dochauch jetzt noch immer das eingefühlte Tun an den Felsen ge-bunden bleibt, kann ich andererseits sagen: Der Fels richtetsich auf. Und schliefslich vereinige ich beides in dem Satz:Ich fasse den Felsen in der bestimmten Richtung sukzessiveauf, weil er selbst in dieser Richtung sich auf richtet.
Achtes Kapitel: Einheit und Freiheit in der Natur.
Die Einfühlung und die Einheit.
Im Vorstehenden ist nun aber zugleich schon ein letztesMoment der Einfühlung vorausgesetzt. Indem ich den Felsensukzessive auffasse und Teil zu Teil hinzunehme, wird er fürmich ein Ganzes. Indem ich das Mannigfaltige, das der Felsin sich schliefst, sukzessive auffasse, fasse ich es zugleich zurEinheit des Felsen zusammen. Es wird für mich zur Einheiteines Dinges.
Damit ist dies letzte Moment der Einfühlung bezeichnet.Das „Ding“ ist für mich jederzeit ein Individuum, dem einzigenIndividuum, das ich unmittelbar kenne, nämlich mir selbst, ver-gleichbar. Vielmehr, es ist dieses Individuum.
Wir kennen von früher her die Tendenz der Zusammen-fassung des Mannigfaltigen zur Einheit. Dieselbe ist zunächst
Lipps, Ästhetik. 13