190
Der Mensch und die Naturdinge.
Damit aber gibt sie ihr zugleich einen qualitativ be-stimmten Inhalt. Das Werden von unten nach oben ist einWerden im Gegensatz zur Schwere. Die Tätigkeit des Felsenist also eine Tätigkeit, die gegen die Schwere angeht und sieüberwindet. Sie ( ist eine in solcher Überwindung ihre vertikaleAusdehnung gewinnende, und in dem Zustandekommen der-selben sich verwirklichende Tätigkeit. Sie ist ein in diesemZustandekommen sich befriedigendes Streben.
Dabei bleibt doch diese Tätigkeit, was sie von Anbeginnwar, nämlich mein Tun. Sie ist also mein auf Überwindungder Schwere gerichtetes und darin sich verwirklichendes Tun.Dies Tun bezeichne ich als ein Sichaufrichten. Das fraglicheTun besteht also in einem Sichaufrichten, nämlich in meinemSichaufrichten. Aber dies ist ein Sichaufrichten, das ich in demFelsen oder in seiner Betrachtung erlebe. Es ist ein diesemeingefühltes eigenes Sichaufrichten. Das Sichaufrichten ist einSichaufrichten von der Art, wie ich es fühle, wenn ich michaufrichte, d. h. durch eigene Tätigkeit in aufgerichteter Stellungverharre.
Von da aus aber erfährt der Inhalt der Einfühlung mitinnerer Notwendigkeit auch noch nach anderen Richtungeneine speziellere Ausgestaltung. Da er eingefühlt ist, d. h.ebenso dem Felsen wie mir zugehört, so tragen notwendigwir beide dazu bei. Wir bereichern uns wechselseitig.
Einerseits ist das Sichaufrichten ein solches, wie es durchdie Beschaffenheit des Felsen gefordert ist, d. h. wie es zurHervorbringung dieser bestimmten Form des Felsen geeignetscheint. D. h. es ist ein besonders kraftvolles, wuchtiges. Zueinem solchen Sichaufrichten wird also das eingefühlte Tun.Es wird zu einem Tun aus einer Kraftanstrengung, d. h. auseiner Energie des Wollens heraus, welche die sonstige Energiemeines Wollens weit übersteigt.
Und andererseits wiederum ist dies Sichaufrichten, alsmein eigenes Sichaufrichten, notwendig verbunden mit derinneren Gesamtverfassung, welcher ein solches Sichaufrichtenin mir naturgemärs entstammt. D. h. es ist behaftet mit demaffektiven Moment, das ihm in mir nach Aussage meines Er-