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Der Mensch und die Naturdinge.
stark erregt, als wenn ich innerlich ruhig bin, andere, wenn ichkraftvoll mich zusammenfasse, als wenn ich innerlich schlaffbin. Wie ich anders spreche, so bewege ich mich auch anders,wenn es mir mit einer Sache ernst ist, als wenn ich mit einemGedanken oder Ding leicht spiele, u. s. w.
Und demgemäß geben mir auch solche BewegungenAnderer, die nicht den spezifischen Charakter der Ausdrucks-bewegungen haben, Kunde von allerlei Zuständlichkeiten ihresInneren, und lassen mich dieselben mit erleben.
Gehen wir nun aber von einer bestimmten Ausdrucks-bewegung aus: Ich sehe ein Auge stolz blicken, stolz aufleuchten,kurz, ich gewinne aus dem Auge den Eindruck des Stolzes.Dies heifst zunächst: Ich sehe gewisse, vielleicht sehr wenigauffällige Verschiebungen in der Umgebung des Auges.
Diese Formverschiebungen haben an sich mit Stolz nichtszu tun. Aber sie bedeuten mir Stolz. Natürlich würden siediese Bedeutung für mich nicht haben können, wenn ich nichtdasjenige, was das Wort „Stolz“ besagt, aus mir selbst kennte.Das Auge gewinnt die fragliche Bedeutung, indem ich darandie mir aus meinem eigenen Erleben bekannte Regung desStolzes knüpfe.
Diese Knüpfung stellt sich nun aber wiederum, ebensowie die Knüpfung des Affektes an den von mir gehörtenAffektlaut, von welcher vorhin die Rede war, sogleich dar alseine Knüpfung von besonderer Art. Sie besitzt zunächst,ebenso wie jene, eine eigenartige Innigkeit. Ich sehe nicht dieVerschiebung am Auge, und stelle mir daneben den Stolz vor,sondern unmittelbar in jener Verschiebung, die ich sehe, istmir der Stolz gegeben, so sehr, dafs ich sage, ich sehe denStolz in dem Auge. — So meine ich auch in dem Affektlauteden Affekt, — zwar nicht zu sehen, aber ich meine ihn darinzu hören.
Damit nun scheint zunächst wiederum lediglich ein eigen-artig unmittelbares intellektuelles Verständnis der wahr-genommenen Form des Auges gegeben: Ich sehe dem Augeunmittelbar an, was es bedeutet. Aber auch in diesem „Sehen“liegt mehr, nämlich — Einfühlung.