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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
Entstehung
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Drittes Kapitel: Gesetz der Einheit in der Mannigfaltigkeit. 43

Widerstreit. Ich tue dies wiederum aus keinem anderen Grund,als weil er fühlbarer Widerstreit ist: Wir haben ein Gefühldes unlustvollen Widerstreites, der Nichtübereinstimmung, dermangelnden Einstimmigkeit, des Nichtzueinanderpassens, derinneren oder qualitativen Nichtzusammengehörigkeit.

Diedifferenzierende Unterordnung.

Die Beziehung, die in dem ästhetisch einstimmigen Mannig-faltigen zwischen dem Mannigfaltigen und dem dasselbe ver-einheitlichenden Gemeinsamen besteht, bezeichnete ich auch alsUnterordnung des Mannigfaltigen unter das Gemeinsame.DieseUnterordnung verdient noch besondere Beachtung.

Unterordnung ist zunächst eine überall im psychischenLeben vorkommende eigenartige Apperzeptionstatsache. DasWort besagt allgemein, dafs Eines, nämlich das Untergeordnete,nach Mafsgabe des Grades der Unterordnung, von mir aufge-fafst wird, für mich in Betracht kommt, auf mich und in mirwirkt, nicht für sich, oder als selbständiges Objekt der Be-trachtung, sondern inBeziehung auf ein Übergeordnetes oderHerrschendes, als zu ihm gehörig, als ein Moment in ihm,eine Bestimmtheit desselben. Es bezeichnet die relative apper-zeptive Aufnahme Jenes in Dieses, das Hineingenommensein desUntergeordneten in das Übergeordnete, das blofse Mitapperzipiert-sein des ersteren im Akte der Apperzeption des letzteren.

Diese Unterordnung läfst sich zerlegen in zwei Momente.Sie ist zunächst Einheitsapperzeption, Zusammennehmen desÜber- und des Untergeordneten in einen einzigen Akt der Auf-fassung. Sie ist dann aber weiterhin Verlegung des Schwer-punktes der Auffassung oder Betrachtung in das Über-geordnete: Ich fasse wohl auch das Untergeordnete auf, aberich betrachte es mit einem neuen Ausdruckunter demGesichtspunkte des Übergeordneten,im Hinblick auf dasselbe:Es ist für mich ein zu diesem Hinzukommendes, ihm Anhaften-des, Dienendes. Es ist für meine Betrachtung ein mehr oderminderum des Übergeordnetenwillen Vorhandenes. Esist eine Weise seines Daseins.

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