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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
Entstehung
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Die allgemeinen ästhetischen Formprinzipien.

welchen die beiden Grundrichtungen absolut gesondert er-scheinen. Aber es fehlt die klare Differenzierung. Das Recht-eck ist hinsichtlich seiner Breite nicht deutlich vom Quadratgesondert. Es scheint eine Art von Quadrat und ist dochwiederum nicht ein Quadrat. Damit fehlt auch die Scheidungdes Gegensätzlichen vom Gemeinsamen, und mit ihr die Unter-ordnung. Das Gegensätzliche ordnet sich nicht dem Gemein-samen als etwas von ihm Verschiedenes ein und unter, sondernbleibt darin stecken. Dieser Sachverhalt macht, dafs die beidenGebilde sich widerstreiten.

Und vergleichen wir die Sechsteilung mit der Siebenteilungin der Folge gleicher Takteinheiten, so finden wir: Beide habenkeine Grundteilung, keine identische Folge von Einheiten gemein.Es kehrt in der Siebenteilung nicht die Sechsteilung wieder.Beide haben auch nicht eine andere, einfachere Teilung gemein,so wie etwa die Teilungen gleicher Einheiten in sechs undein andermal in neun Teile die Dreiteilung, oder die Teilunggleicher Einheiten in sechs und ein andermal in acht Teile dieZweiteilung gemein haben.

Dagegen könnte man einwenden: Aber die Takteinheitensind doch auch hier gleich. Und die Sechs- und die Siebenteilungsind qualitativ deutlich geschieden. Jenes ist richtig. Undauch dies trifft zu, nämlich für den zählenden und rechnendenVerstand. Aber es trifft nicht zu für den unmittelbaren Ein-druck. Und darauf allein kommt es hier an. Für diesen un-mittelbaren Eindruck treten die beiden Teilungen nicht klar aus-einander oder stehen nicht deutlich einander gegenüber, so wiedie Zweiteilung und die Dreiteilung klar auseinander treten oderdeutlich einander gegenüberstehen. Sie bilden, indem wir sienebeneinander erleben und Zusammenhalten, für uns keinenunmittelbaren und sicher auffafsbaren Gegensatz. Sondern sieerscheinen, der eine wie eine Verschiebung des anderen. Siefliefsen, nämlich wiederum für den unmittelbaren Eindruck, in-einander. Auch sie sind oder erscheinen der reflexionslosenBetrachtung als Dasselbe und doch wiederum nicht als Das-selbe. Dies bedingt auch hier den fühlbaren Widerstreit.

Solchen Widerstreit nannte ich schonästhetischen