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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
Entstehung
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Drittes Kapitel: Gesetz der Einheit in der Mannigfaltigkeit. 41

als Einheiten von je zwei Elementen sich darstellen: 6 ist 1x6;12 ist 2x6.

Wie man sieht, ist das Charakteristische in diesen beidenFällen, der Folge von Quadraten und Kreisen, und der Folgeder Sechsteilung und der Zwölfteilung der gleichen Takt-einheit, dies: Gegeben ist beide Male Gleichartiges, d. h. relativÜbereinstimmendes und zugleich Verschiedenes. Diese relativeÜbereinstimmung und Verschiedenheit zerlegt sich aber jedesmalin zwei deutlich geschiedene Komponenten, nämlich in einMoment nicht der Gleichartigkeit, sondern der Gleichheit,und in ein Moment nicht der beliebigen Verschiedenheit,sondern der deutlichen Geschiedenheit oder des Gegensatzes.Zugleich ordnet sich Dieses Jenem ein und unter. D. h. dasMoment der Gegensätzlichkeit findet sich nicht neben demMoment der Gleichheit, sondern es findet sich in dem Gleichenoder dem Gemeinsamen selbst. Es ist ein Auseinandergehendieses Gemeinsamen selbst in Gegensätze, eine gegensätzlicheDifferenzierung desselben. Die Differenzierung besteht im einenFalle darin, dafs ein gleiches räumliches Bildungsgesetz, imanderen darin, dafs eine gleiche rhythmische Grundform neben-einander in deutlich geschiedener Weise sich determiniert. Zu-gleich erscheint beidemale im Ganzen das Gemeinsame als dasherrschende Moment.

Solche Einheit in der Mannigfaltigkeit ist, wie gesagt,ästhetische Einheit in der Mannigfaltigkeit oder istästhetischeÜbereinstimmung des Verschiedenen. Dabei besagt das Wortästhetische Übereinstimmung zunächst nur, dafs sie lustvolleÜbereinstimmung ist. Es ist eine Übereinstimmung, die nichtnur besteht, sondern von einem Gefühl der lustvollen Überein-stimmung oder der Einstimmigkeit, des Zueinanderpassens, derqualitativen oder inneren Zusammengehörigkeit begleitet ist.

Achten wir jetzt auch noch besonders auf die Beispieledes Zusammen oder der Folge, die wir den Beispielen dieserästhetischen Übereinstimmung entgegenstellten Jene Rechteckeneben den Quadraten sind freilich den Quadraten hinsicht-lich der Höhe gleich. Es fehlt auch nicht die gemeinsameGrundform. Beide sind rechtwinklige Gebilde, also solche, in