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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
Entstehung
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Die allgemeinen ästhetischen Formprinzipien.

ihre Konsonanz oder Verwandtschaft, kurz, für ihre ästhetischeZusammengehörigkeit, die gleichgültigste Sache von derWelt. Auch einfache Töne müssen, wenn sie miteinander ein-stimmig erscheinen sollen, etwas Gemeinsames nicht nuran sich haben, sondern derart in sich tragen, dafs sie als ver-schiedenartige Differenzierungen dieses Gemeinsamen erscheinen.Und dies Gemeinsame mufs auch hier gedacht werden als einidentischer Grundrhythmus.

Zur Verdeutlichung nehme man an, Bauten, die neben-einander stehen, oder Möbel, die einen Raum ausstatten,oder Säulen, die in eine Reihe geordnet sind, haben imGanzen einen verschiedenen Stilcharakter, oder gehorcheneinem verschiedenen Bildungsgesetz, sind aber in einem Teilevöllig gleichgebildet. Dies wäre kein Mittel der ästhetischenVereinheitlichung. Die Säulenreihe etwa, die aus beliebigzusammengefügten Säulen verschiedener Stilarten bestände,würde nicht zur architektonischen Einheit dadurch, dafs anallen den Säulen ein Teil, oder ein Ornament, völlig gleichartigwiederkehrte. Möbel, die nicht zueinander passen, würdennicht dadurch zueinander passend gemacht, dafs man anihnen allen das gleiche Wappen anbrächte. Sondern, je mehrdiese gleichartig wiederkehrenden Teile oder Elemente sichaufdrängten, desto schreiender erschiene die innere Nicht-zusammengehörigkeit der verbundenen Objekte. Man be-messe danach den Wert jener Versuche, die Verwandtschaftder Klänge oder die Konsonanz der Töne zu erklären.

Neben jene hinsichtlich der Linearität und der Farbe insich einstimmige, ihre Richtung aber beliebig wechselnde Liniestelle man weiter eine Linie, die annähernd, aber eben dochnur annähernd, eine Gerade ist, also in sich hinsichtlich derRichtung einheitlich ist und auch wiederum nicht. Oder esseien zwei Linien verbunden, die eine eine Kreislinie, die andereeine Annäherung an eine solche. Auch hier ist wiederum Ein-heitlichkeit und Mannigfaltigkeit, oder Gleichheit und Ver-schiedenheit. Und beide sind, wenn man will, ineinander.Beide, der Kreis und die Annäherung an den Kreis, sind ingewissem Grade Eines und Dasselbe; zugleich sind sie in ge-