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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
Entstehung
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Die allgemeinen ästhetischen Formprinzipien.

die Lust aus der qualitativen Einheitlichkeit in Unlust verkehren.Bleiben wir trotzdem dabei, zu sagen, Verschiedenheit sei Grundder Lust, so scheint zum mindesten Gefahr, dafs dieselbe mitder einen Hand gibt, was sie mit der anderen nimmt, d. h.dafs sie, als Verschiedenheit, Lust schafft, und andererseits,als Negation der qualitativen Einheitlichkeit, ebenso viel odermehr Lust zerstört und in Unlust verwandelt.

Diese Gefahr nun bestände zweifellos, wenn der Satz, quali-tative Einheitlichkeit sei der Grund der Lust, in dieser uneinge-schränkten Allgemeinheit Geltung hätte. Dann hätte es in derTat keinen Sinn, ihm den Satz, die Verschiedenheit, also dieNegation der Einheitlichkeit, habe eine gleichartige Wirkung,entgegenzustellen. Indessen jener Satz fordert, wie gesagt,eine genauere Bestimmung.

Zunächst erinnern wir uns wiederum an bereits Gesagtes.Wir sahen: Die Höhe der Lust unterliegt zwei Bedingungen.Einmal : Es müssen in der Natur der Seele günstige Be-dingungen für die Apperzeption eines Vorganges liegen. Undzum anderen: Es mufs diesen Bedingungen Gelegenheit gegebensein, sich wirksam zu erweisen. Dies letztere aber ist der Fallin dem Mafse, als in der Seele etwas geschieht, das auf dasApperzipiertwerden Anspruch erhebt. Oder kurz, die zweiteBedingung für die Höhe des Gefühles der Lust ist die psy-chische Quantität oder Gröfse der seelischen Geschehnisse, Er-regungen, Vorgänge.

Damit nun bringen wir zusammen ein allgemeinespsyschologisches Gesetz. Es ist das Gesetz, das ich zu bezeich-nen pflege als das Gesetz der Absorption der Elementeeines einheitlichen Ganzen im Ganzen. Dasselbe besagt:Die Elemente eines Ganzen, das uns als Ganzes entgegentritt,oder von uns im Ganzen betrachtet wird,verlieren sich imGanzen. Sie tun dies nach Mafsgabe der Innigkeit der Ein-heitsbeziehungen, welche die Elemente untereinander und zumGanzen verweben; und zugleich nach Mafsgabe des Umfangesdes Ganzen.

Es sei etwa ein kostbares Objekt, das ich besitze, einesunter vielen völlig gleichartigen Objekten. Ich habe eine ganze