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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
Entstehung
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Drittes Kapitel: Gesetz der Einheit in der Mannigfaltigkeit. 31

Sammlung solcher Objekte. Dannverliert sich das einzelneObjekt in der Menge. Esverschwindet Runter den vielen.D. h. mein Interesse daran ist geringer, als wenn es einzigartigwäre; es nimmt mich minder in Anspruch, wirkt auf michweniger, hat geringere Eindrucksfähigkeit. Und damit ist auchdie Lust vermindert. Der Grund hierfür liegt in der Gleich-artigkeit der Objekte, also in der Innigkeit der qualitativenEinheitsbeziehungen der Elemente der Menge.

Nun besteht die Menge der Objekte aus ihren Elementen,d. h. aus jenen gleichartigen Objekten. Es ist also auch dieEindrucksfähigkeit der Menge, und demnach auch die Lust ander Menge, durch die Gleichartigkeit vermindert. Sie ist geringer,als sie unter im übrigen gleichen Umständen sein würde,wenn die Gleichartigkeit eine minder vollkommene, wenn alsodie Objekte zwar auch Objekte derselben Gattung, aber dochzugleich immer wiederum andere und eigenartige Objekte, wennjedes Stück der Sammlung im Vergleich mit jedem anderenStück auch wiederum ein neues wäre.

Danach ist also Übereinstimmung oder qualitative Einheit-lichkeit einerseits freilich Grund der Lust. Aber Steigerung derÜbereinstimmung ist zugleich Grund einer fierabminderungderselben, nicht direkt, aber sofern sie eine fierabminderungder Eindrucksfähigkeit oder der Fähigkeit, die Aufmerksamkeitin Anspruch zu nehmen, in sich schliefst.

Dieser Sachverhalt ist jedermann bekannt. Jedermannweifs, Gleichförmigkeit oder Einförmigkeit eines Ganzen ausmehr oder minder vielen Elementen oder Teilen mindert dasInteresse, also die Lust, an den Elementen, und damit aucham Ganzen.

Damit scheint nun aber zugleich gesagt, wie dieser Minderungder Lust abgeholfen werden kann. Verschiedenheit der Elementedes Ganzen erhält das Interesse. Sie wirkt belebend auf daseinheitliche Ganze. Sie erhöht, d. h. genauer, sie bewahrtdenReiz desselben. DasInteresse aber ist die Voraus-setzung der Lust. Mannigfaltigkeit wirkt also nicht blofs, wiewir oben befürchteten, als Gegensatz zur qualitativen Ein-heitlichkeit, oder wirkt nicht blofs der Lustwirkung der Ein-