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Die allgemeinen ästhetischen Formprinzipien.
Die Seele gibt sie leichter her, oder gibt sich zu ihnenleichter her. Dann bestehen also die beiden entgegengesetztenMöglichkeiten, dafs der Vollzug eines psychischen Vorgangesin der Seele oder ihrer Natur günstigere, und andererseits,dafs er darin minder günstige Bedingungen findet.
Damit nun ist zugleich der Grund aller Lust und Un-lust bezeichnet. Es gilt der allgemeine Satz: Ein Grund zurLust ist gegeben in dem Mafse, als psychische Vorgänge — oderKomplexe von solchen — also Empfindungen, Wahrnehmungen,Vorstellungen, Gedanken, und Zusammenhänge von solchen, derSeele „natürlich“ sind. Lust begleitet die „psychischen Vorgänge“in dem Mafse, als sie „Selbstbetätigungen“ der Seele sind.Erlebnisse oder psychische Vorgänge wecken ein Lustgefühl indem Mafse als ihr Vollzug in der Seele oder ihrer Naturgünstige Bedingungen findet. Lust ist der Ausdruck oder dasunmittelbare Bewufstseinssymptom dieses Sachverhaltes, derReflex oder Widerschein desselben im Bewufstsein. Ebensoist Unlust das unmittelbare Bewufstseinssymptom dafür, dafspsychische Vorgänge zur Natur der Seele in Gegensatz treten,für sie einen Zwang oder eine Zumutung bedeuten, dafs ihrVollzug ungünstige oder minder günstige Bedingungen in derSeele oder der Natur der Seele findet.
Das Lustgesetz als Gesetz der „Apperzeption“.
Hier ist aber noch der „Vollzug“ des psychischen Vorgangesgenauer zu bezeichnen. Eine Empfindung, Wahrnehmung,Vorstellung, die in mir sich vollziehen soll, mufs zunächstdurch den physiologischen oder psychischen Reiz „ausgelöst“sein. Diese Auslösung des psychischen Vorganges nennenwir „Perzeption“. Aber diese Perzeption ist nicht der eigent-liche „Vollzug“ der Empfindung, Wahrnehmung, Vorstellung.Der blofs perzipierte Vorgang ist noch nicht in vollem Sinnein seelischer Vorgang. Er ist noch nicht volles Eigentumder Seele. Soll er dies werden, so mufs er erst „angeeignet“werden. Er mufs aufgenommen werden in den Zusammenhangdessen, womit ich jetzt beschäftigt bin, worauf mein Fragen,Denken, Urteilen jetzt gerichtet ist, worauf mein Wollen und