Erstes Kapitel: Allgemeines über Lustgefühle.
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Fühlen jetzt sich bezieht. Er mufs von mir „apperzipiert“ werden.Hierin besteht erst der eigentliche „Vollzug“ eines psychischenVorganges. Es ist dasselbe, wenn ich sage: Er besteht imErfassen, Auffassen, Beachten der Empfindung, Wahrnehmung,Vorstellung, im Merken auf sie oder ihren Gegenstand x ), imRichten der Aufmerksamkeit auf dieselbe. Dies Merken, Auf-fassen, Beachten, dies innere Ergreifen, und das damit ge-gebene spezifische Wirksamwerdenlassen eines Vorganges oderErlebnisses im psychischen Lebenszusammenhang, nenne ichdie „Apperzeption“. Und diese erst ist mein „Vollzug“ derEmpfindung, Wahrnehmung, Vorstellung.
Danach müssen wir die obige Regel genauer so fassen:Lust entsteht in dem Mafse, als ein psychischer Vorganggünstige Bedingungen seiner Apperzeption in der Seele vor-findet, oder in dem Mafse als er mit den in der Seele ge-gebenen Bedingungen der Apperzeption einstimmig ist.Unlust entsteht in dem Mafse, als das Gegenteil der Fall ist.
Dabei ist noch besonders Gewicht zu legen auf das „inder Seele“, de der Vorgang trägt auch in sich selbst, als dieserso oder so beschaffene Vorgang, Bedingungen seiner Apper-zeption. Er fordert in höherem oder geringerem Grade apperzi-piert, angeeignet, aufgefafst zu werden. Er erhebt seiner„Natur“ nach gröfseren oder geringeren Anspruch, auf die„Aufmerksamkeit“.
Nun aber fragt es sich, wie es mit den außerhalb des Vor-ganges liegenden oder unabhängig davon bestehenden Be-dingungen für die Erfüllung dieses Anspruches oder dieserForderung bestellt ist, ob die den Vorgang aufnehmende, an-eignende, apperzipierende Seele, ihrer Natur nach, geneigt ist,diesem Anspruch oder dieser Forderung zu genügen, ob undwie weit sie von sich aus diesem Anspruch oder dieser For-derung „entgegen kommt“.
Danach bestimmt sich, ob und wie weit ein Lustgefühl
') Ich sage hier: die Empfindung, Wahrnehmung, Vorstellung, „oderihren Gegenstand“. Der letzte Ausdruck ist der richtigere. Indessen aufdie Unterscheidung des psychischen Vorganges und seines „Gegenstandes“kommt es hier, einstweilen wenigstens, nicht an.