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Einleitung.
als ein anderer Ausdruck für die von ihr erkannten Tatsachenund gesetzmäfsigen Zusammenhänge zwischen solchen. Nor-men, die hierüber hinausgehen, sind nicht Normen der Ästhetik,sondern des Ästhetikers. Und davon rede ich hier nicht.
Solche von der Ästhetik aufgestellte Normen sind abernun für den ,Künstler 1 nicht Normen, die an- ihn heran-treten, und denen er sich unterordnen müfste. Sondern siesind die Weisen, wie er, sofern er nämlich Künstler ist, vonsich aus verfährt. Sie sind die natürlichen Betätigungsweisenseiner Künstlernatur. Und je mehr diese natürlichen Betäti-gungsweisen oder diese Normen in seiner Natur liegen, destoweniger braucht er davon zu wissen. 3 a vielleicht schadetes ihm, wenn er sich darüber allzuviel Gedanken macht.
Wo aber dem künstlerischen Tun die volle innere Not-wendigkeit fehlt, wo also Irrtum möglich ist — und keinKünstler ist schliefslich des Irrtums vollkommen unfähig —,da kann Nachdenken über die Bedingungen der Kunst, mitanderen Worten Ästhetik, nützlich sein und Umwege und Ab-wege vermeiden lehren. In der Tat gibt es keinen Künstler,der nicht über die Bedingungen seiner Kunst mit sich zu Rateginge. D. h. alle Künstler, auch diejenigen, die die Ästhetikschmähen, treiben sie.
Zur Frage nach der Beziehung der Ästhetik zum Künstler-tum tritt die Frage nach der Beziehung derselben zur Kunst-geschichte oder zur historischen Kunstwissenschaft. Soferndiese Wissenschaft ist, will auch sie verstehen. Sie willdie historisch gegebenen Kunstwerke verstehen.
Dies nun heifst zweierlei. Einmal: Ich verstehe ein Kunst-werk, wenn ich weifs, wieso es ein Kunstwerk ist, oder wases dazu macht. Diese Frage ist eben die Frage der Ästhetik.
Zum zweiten kann mit dem „Verständnis des Kunstwerkes“gemeint sein das spezifisch historische Verständnis: Wie istdas Kunstwerk historisch geworden? Und wie geschah es, datees eben das Kunstwerk wurde, das es ist?
Auf diese Frage sind viele Antworten möglich. Man weistetwa hin auf den Besteller, auf Vorbilder und Anregungen, auf