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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
Entstehung
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Einleitung.

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desKünstlers. Nur eine Frage mufs gestellt werden. Wer isteinKünstler? Wann und wieweit ist derjenige, der sichso nennt oder so genannt wird, ein Künstler? Wieweit hater in einem gegebenen Falle als solcher sich betätigt? Mansieht: ln der Beantwortung dieser Fragen liegt die ganze nor-mative Ästhetik.

Kunst ist zweifellos eine eigenartige, von jeder sonstigenmenschlichen Tätigkeit verschiedene Tätigkeit Sie ist vorallem charakterisiert durch einen besonderen Zweck. Wir werdensagen dürfen, Kunst ist die geflissentliche Hervorbringung desSchönen. Wie dem aber sein mag, in jedem Falle liegt in demWorteKunst oderKünstler eine Verpflichtung. Wer denAnspruch erhebt, in einem gegebenen Falle als Künstler auf-zutreten, mufs den Zweck haben, den das WortKunst be-zeichnet. Und er mufs die Mittel anwenden, die zu diesemZwecke führen. Er muîs mit einem Worte die Tätigkeit üben,die mankünstlerische Tätigkeit nennt. Er mufs allen denVorschriften genügen, die dieser Name in sich schliefst.

Nun ist es aber zweifellos die Aufgabe der Ästhetik, denSinn der WorteKunst oderkünstlerische Tätigkeit all-gemein festzustellen. Dabei konstruiert oder dekretiert sienicht, sondern fragt einfach: Was wird tatsächlich so genannt?Welches sind die aus der Betrachtung der Kunst, so wie sievorliegt, und allgemein als Kunst^anerkannt wird, resultierendenMerkmale derKunst. Und es ist die weitere Aufgabe derÄsthetik, den Zusammenhang zwischen dem Zweck dieserKunst und den notwendigen Bedingungen seiner Verwirk-lichung allgemein festzustellen. Die Ästhetik schliefst also allejene Vorschriften, oder alle jene Verpflichtungen desKünstlersin sich.

Natürlich rede ich hier nicht von irgend einer, sondernvon der^Ästhetik, d. h. von der Ästhetik, soweit sie zu sicherenwissenschaftlichen Ergebnissen gekommen ist. Von diesenund nur von diesen sage ich: Sie sind zugleich ebenso vieleNormen.

Umgekehrt dürfen dann natürlich die Normen, die dieÄsthetik aufstellt, niemals etwas anderes sein und sein wollen,

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