6. C. Von der Stimmenmehrheit re. §85
«bliche, ein Herr von Leyen und ein Herr von Stauf. DieMehrheit der Stimmen fiel auch.für sie aus, undzwar so, daß die beiden fürstlichen bey der Cavallerie unddie beyden adlichen bey der Infanterie angesetzt werden soll-ten. Anfangs hatte man hieraus kein Arges gehabt, und.es hatten selbst einige katholische Stände auf diese Art ge,stimmt, vielleicht weil jene Fürsten waren und der Dienstbey der Cavallerie für vornehmer gehalten wurde. Alleinbald besannen sich die katholischen eines andern, indem sieglaubten, daß es ihnen nachtheilig seyn möchte, ein solchesBeyspiel igelten zu lassen, da zwar der Zahl nach die Ne,ligionsgleichheit beobachtet wäre, aber doch eine Ungleich,heit darin läge, daß die zwey evangelischen bey der Caval-lerie, die katholischen aber bey der Infanterie angestelltwerden sollten. — Zufälligerweise hatten verschiedene Ka-tholische bey Ablegung der Stimmen gefehlt und sowohl hie-durch, als daß einige von ihnen mit den Evangelischen gleichgestimmt hatten, war die Stimmenmehrheit auf der cvan«geiischen Seite. In dieser Verlegenheit nahm man katho-lischer Seits zu dem Recht in Theile zu gehen seine Zuflucht.Hiedurch ward nun die Wirkung der Stimmenmehrheit ver-hindert und man mußte also nach Vorschrift des W. F. su-chen , sich gütlich zu vergleichen. Dies geschah endlich undzwar dergestalt, daß zwar die beyden Fürsten Generals vonher Cavallerie blieben, aber daß auch ein katholischer Herrvon Andrimout dazu, so wie ein evangelischer Herr vonKiclmannsegge zum General-Major von der Infanterieernannt wurde *)' — So hatten also zum erstenmatnach dem W. F. die Katholiken selbst Gebrauch vou demOo ;
*) Putters Entwickelung II. -z-e.