z. C. Von dem Reichstage. ZZ5
war, so kam der lZVürtembcrgische dem Herrn von Sten-gelheim zuvor, indem er die Gesandtin zur Tafel führte,.neben ihr Platz nahm und sich also über den geistlichen Herrnsetzte. Gleich den andern Tag schickte dieser dem Würtem-bergischen Gesandten eine förmliche Protestatio» zu, umdie Gerechtsame der geistlichen Fürsten aufrecht zu erhalten.Der Principal-Commiffarius suchte die Sache dadurch gutzu machen, daß er bald nachher die Gesandten der geistli-chen Fürsten, und einige Tage darauf die der weltlichenFürsten entladen ließ. Aber von den geistlichen verbat sichder Bambergische die Einladung, weil schon vorher derHerr von Stengelheim, der doch erst nach ihm den Ranghätte, zur Tafel gezogen war. Die weltfücstlichen hinge»gen nahmen es sehr hoch auf, daß die geistlichen vor ihneneingeladen waren, und ließen es daher alle, bis auf denHessendarmsiädtischen absagen. Dieser Vorfall veranlaßt»nun einen großen Federkrieg. Nicht weniger, als zehnStaatsschriften erschienen darüber, die insgesammtsehr erbaulich zu lesen.sind, und eben nicht zur Ehre vonTeutschland gereichen *). Doch dergleichen Vorfälle sindnun nicht mehr zu erwarten, indem jetzt auf kaiserlichen Be,fehl die Csremonieltafeln aufgehoben sind. Ueberhaupt wirdes jetzt sorgfältig am Hofe des Principal-Commiffarius ver-
*) Sie finden' sich in Fabers Gtaatskanzley Th. 97. 9z.und 99. Einige Hauptstcllen, woraus sich ungefähr der Geistdieser Schriften abnehmen laßt, führt Putter in der Histori-schen Entwickelung Th. S. 61. n. f. an. Ueberhaupt ist da-selbst der ganze Vorfall erzählt, und wer noch mehrere Bcy-spiele von lächerlichen Ecremoniel-Irrungen lesen will, findetdergleichen nebst den bereits angeführten, in der Entwiche»'lnng LH. 2. S. 264. n. f>