2. C. Von Ausübung der kais. Reservaten. 461
Comitiv eine Art lvon Gewerbe trieb, indem er in einemgroßen Distrikt von Schwaben, durch cigends ausgeschickieoder bestellte Commissarien, zu sehr heruntergesetzten undgeringen Preisen, alle Gattungen von Pfalzgräflichen Gna-den-Briefen, als Nobilitäts-, Palatinats-, Doktorats-,Licentiats-und Notariats-Diplomen, Wapen, Geburts-und Chrlichmachungs-Briefe rc. ohne alle Rücksicht aufden Stand und die Fähigkeiten der Personen, in solcherMenge austheilte, daß in einem Umkreise von mehrernMeilen um den Baron von Vöhlinschen Wohnsitz, fast keinBeamter, kein Schreiber, kein Advocat war, der nicht miteinem Hochfreyherrlich von VSHlinschen Nobilitäts-, Pala-tinosDoktorats - oder Licentiats - Diplom, um 20. bis;o, Gulden erkauft, prangte. Als er aber endlich die Un-verschämtheit so weit trieb., daß er einen Barbier in Augs-burg, nachdem er schon einige der dasigen Kaufleute geadelthatte, zum Hofpfalzgrafen creirte, und diesem die Erlaub--niß ertheilte, „in beyden Fakultäten der Rechte und Medi-ci«, Ooctores, Hentiatos, und I-accsIsureos, auch derfreyen Künste und Philosophie Na^issros, kscoalsureos undkoetsg laureatos, ingleichen Natarios pudlicos zu creiren,Dokumente zu vidimiren, Wapen zu ertheilen, unehlich ge-bohrne und infamirte Personell zu legitimiren", so machteder Magistrat dieserhalb am kaiserlichen Hofe eine Anzeige,welche auch so vielt fruchtete, daß durch ein Neichshofralhs-Conclusum der. Reichs-Fiscal erinnert wurde, sich seinesAmrs gegen den edlen Freyherrn zu bedienen *).
S. Schlbzers Briefwechsel, Heft 58. Nr. 2?. Staats«Anzeigen, Heft 6. Nr. 1;.