4- C. Von dem Reichsfürftenrath. Zoi
Ehe sich noch die Kurfürsten von den' Fürsten getrennthatten, nahmen diese nach ihrem Range auf jeder Bankdie ersten Plätze ein. Nach der.geschehenen Trennung abersind auf der geistlichen Dank die Erzbischöfe herauf gerückt,und auf diese folgten die Bischöfe und sodann die übrigenPrälaten. Auf der weltlichen Bank saßen nach den Kur-fürsten die Nebenlinien der kurfürstlichen Häuser, dann dieübrigen alten Fürsten und endlich die Grafen und Herrn.
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Diese Art der Sitzung hat sich in der Hauptsache nochbis auf den heutigen Tag erhalten, nur sind einige Verän-derungen vorgefallen, die Aufmerksamkeit verdienen. Sositzt jetztOesterrei ch und Burgund nicht auf der weltli-chen sondern auf der geistlichen Dank und hat auf derselbenabwechselnd mit Salzburg den ersten und zweyten, oder denzwepten und dritten Platz. Veranlassung zu dieser Ano-malie gab die Standeserhöhung des Herzogs von Oester-reich zum Erzherzog. Der neue Erzherzog behauptete nun-mehr, den Rang über den Herzog von Baiern zu ha-ben, den ihm aber dieser als ein älterer Herzog, zu dessenHerzogthum ehemals selbst Oesterreich gehört hatte, nicht zu-gestehen wollte. Hierauf nahm Oesterreich Platz auf dergeistlichen Bank, allein Magdeburg, welches damals überSalzburg saß, wollte nicht weichen, Salzburg hingegenwar gefälliger, und so kam es denn, daß Oesterreich aufden, in den Jahren r^oo 1507. und 1512. gehaltenenReichstagen zwar vor Salzburg, aber doch nach Magde-burg gesessen hat. Ais Kurfürst Albrecht von Mainz zu-gleich Erzbischof von Magdeburg war, wurde wegen Magde-burg gar nicht im Fürstenrath vvtirt. Hievon suchten Oester-