Druckschrift 
1 (1797)
Entstehung
Seite
204
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224 r. B. Allgem. Kcnntniß des teutfch. Reichs.

aber nicht daß nach Adolfs von Nassau Tode wieder einGraf zum Kaiser gewählt werden mußte. Seit einigenJahrhunderte» hatte man blos Prinzen aus dem HauseOesterreich .zu Kaisern erwählt, aber es war nicht in derUeberzeugung geschehen, daß man einen Prinzen aus diesemHause wählen müßte, folglich konnte man nach dem TodeK- Ca r l VI4 den Kurfürsten von Baiern zum Kaiser er-wählen. Seit 1745. sind wiederum von neuen blos öster-reichische Prinzen auf den Kaiserthron erhoben, und solange die jetzigen Umstände dieselben bleiben, ist es sogarwahrscheinlich, daß keine andre werden gewählt werde».Acndern sich hingegen diese Umstände einmal wieder, sowie nach K. Carl VI. Tode der Fall war, so hört dieWahrscheinlichkeit auf, und es wird wieder ein andrer Fürstgewählt werden.

Hingegen kann daraus, daß eine Sache noch nichtgeschehen ist, nicht mit Recht gefolgert werden, daß sienicht noch geschehen könne, es wäre denn, daß sie beyeinem darüber entstandenen Streit widersprochen und ver-weigert und hierauf vom Gegentheile in der Meinung einerNothwendigkeit unterlassen worden wäre, oder daß eineHandlung verlangt, vom Gegentheile aber versagt wordenwäre. So ist z. B. noch kein protestantischer Fürst Kaisergeworden. An und für sich kann daraus kein entscheiden-des Herkommen gefolgert werden, daß nur ein Katholikaber kein Protestant Kaiser werden könne. Denn sonstwürde es auch, da vor 174;. noch nie ein gebohrner Her-zog von Lothringen Kaiser gewesen war, Herkommens ge-wesen seyn, daß Franz I. nicht hätte Kaiser werden können.Es kommt also vielmehr bey der Frage: Ob ein Evangeli-scher Kaiftr seyn könne? darauf an, ob nicht in der Mei-