Druckschrift 
1 (1797)
Entstehung
Seite
169
Einzelbild herunterladen
 

4-C. Von demReügionszustand im Deutschen Reich.

den *) die Neligion geändert und sich zu der ihnen freylichin mehreren Betracht günstiger« katholischen Neligion ge-wandt. Allein die Religionsänderung eines protestantischenoder auch katolischen Fürsten hat keine Folgen für das Land.Sie ist blos persönlich und kann dem Nsrmaljahr nichtschaden. Der ehmals protestantische nun katholische Fürstkann den bisherigen Neligionszustand in seinem Lande nichtändern; ex muß vielmehr alles lassen, wie es bisher gewe-sen war. Er darf also z. B. nicht die katholische Religionin seinem Lande einführen, und dies ist keineswsges ss uiu-Listig, als es wohl hie und da vorzustellrn gesucht wird. —>Soll denn die Einsicht und Ueberzeugung eines einzelnenFürsten, der zwar der erste im Staat ist, aber immer eineinzelner Mann bleibt, dessentwegen nicht die Unterthanen dasind, sondernder der Unterchanen wegen da ist, das Ur-bergewicht über die Einsicht und Uebskzeugung vieler tausen-de haben? Es ist auch historisch falsch, daß zur Zeit derReformation, die Fürsten protestantisch geworden wären undnunmehr» erst ihre Neligion im Lande eingesührt, und ihreUntevthanen auf allerley Art dahin gebracht, oder gar ge-zwungen hätten, sich ebenfalls zur evangelischen Religionzu bekennen **).

Es hat also die Religionsändernng des Fürsten keinenEinfluß auf das Land. Dieses bleibt evangelisch, wenngleich der Fürst katholisch wird, wir dies der Fall mit Heft

L;

Der eine um König, der andre um Kurfürst zu werben,der dritte, um seine appanagirte Prinzen besser versorgen zukennen. Man s. Putters Entwickelung Th. 2. S. ;;L. f.

Man s. Putters Vorrede zu seiner Ausgabe der Augs;burgischen Confessio,:.

's

i i'.'

' ' ' '

.

' 9 ? '