4- C- Von dem Religionszusland irn teu'scben Reich, i
die er, so gut es ihm seine Einsichren und Kenntnisse versinktcten, erklärte.
Ein Glück für ihn und für die Reformation, die erbewirkte, war eS, daß nun schon die Buchdruckerkunst er-funden war, folglich Luther nicht blos, wie Huß und äl-tere Reformatoren durch mündlichen Unterricht und durchseine Schüler, sondern auch durch seine Schriften wir-ken konnte. Der gemeine Mann ias, wie der Vornehmereseine Schriften und ward dadurch sein Anhänger. Frei-heit, dies verführerische Wort — Freiheit des Evange-geliunrs oder des Glaubens ward jetzt allgemeine Losung,und selbst einige Große pflichteten ihm bald bei und diesenfolgten immer mehrere, theils aus Ueberzeugung, theilsweil ihre Unterthanen sich zu der neuen Lehre bekanntenund theils aus politischen Gründen, die bekanntlich oft amstärksten auf die Großen dieser Erde wirken.
Doch der Kaiser und der größere Theil der Reichsstän-de behielten ebenfalls theils aus Ueberzeugung, theils auspolitischen Gründen die katholische Religion bey, und wi-dersetzten sich der Gewissensfreiheit und der Ausübung derneuen Religion, welche der andre Theil freilich oft aufei-ne gewaltsame und tumultuarische Art forderte.Kein Mittel wurde unversucht gelassen, die neue Seelewieder zu vertilgen. Luther und seine Anhänger, unter de«nen es wohl allerdings einige schändliche und eigennützigeMenschen geben mochte, wurden als die schändlichsten, Reli-gion und Sitten verderbende Menschen geschildert. Einerjeden ihrer Handlungen ward der schwärzeste Anstrich ge-geben, und alle Bübereyen und Schandkharen, die auch