rz6 i. B. Allgem. Kenntniß des deutsch. Reichs.
bald die gutwilligsten Sklaven des römischen Stuhlswurden.
Je ärger indessen der Druck war, de» die Teutschenvorzüglich vom Pabste erdulden musten, und je willkührli-chsr Vieler über sie herrschte, desto allgemeiner und lebhaf-ter ward der Wunsch, nicht sowohl das harte drückendeJoch ganz abzuschütteln, als es nur gelinder und erträgli-cher zu machen. Mehrere Kirchsriversammlungen wurdenzu dem Ende gehalten, aber immer wüsten die Päbste Mit-tel, die Absichten der Nation sie einzuschränken, zu verei-teln. Einzelne Männer, die den Mulh hatten die despo-tische Gewatt des Pabstes anzufechten, und manche Lehrendes päbstlichen Stuhls vor den Richkersiuhi der Vernunftzu ziehen, wurden nebst ihren Anhängern als Ketzer ver-folgt und verbrannt, ja es gelang sogar dem päbstlichen Hofweltliche Fürsten, deren gröster Vvrcheil es doch war, wenndie Macht des ihnen so oft gefährlich gewordenen. Pabstsgeschwächt wurde, dergestalt zu blenden, daß sie selbst dieKetzer bekriegten. So zog K. Sigismund mit allen seinenTeutschen gegen die Hussiten zu Felde und der Krieg wardMit einer Erbitterung geführt, wie gewöhnlich Kriege überreligiöse und politische Meinungen geführt werden. AberSigismvkid konnte Trotz aller seiner Macht die Hussitennicht überwinden, man must? doch zuletzt den Weg derGüte einschlagen, und den Hussiten am Ende manches zu-gestehe», was man ihnen billig gleich Anfangs hätte zuge-stehen sollen.
Am übelsten kam indessen dieser Krieg dem Pabst selbstzu statten. Die Teutsche waren in demselben mit denGrundsätzen der Hussiten bekannt geworden, und wenn siegleich manche ihrer Handlungen mHbilligtm, so musten sie