46 i. B. Allgem. Kemttniß des teutsch. Reichs.
te, an Teutschland kam. Lothars Söhne hatten nemlichdas väterliche Reich wieder dergestalt unter sich getheilt, daßder älteste,Ludwig der Zweyte, Italien mit der Kai-serwürde; der mittlere Lothar II. den Strich von dern Vo-gcsischen Gebürge an, zwischen dem Rheine, der Maasund Schelde, bis an die Nordsee, welches von ihm denNamen des Lotharingischen Reichs erhielt, und das übrigeder jüngste Sohn Carl bekam, welches aber nach dessenunbeerbtem Ab sterben u nt/r die übrigen Brüder vertheiltund zu ihren Reichen geWagen wurde.
Nach Lothars II. Tode kam darauf eist die östliche, baldnachher aber die westliche Hälfte von Lothringen an Teutsch«land. Ehe jedoch dies letztere geschah, und als diese Hälf-te sich noch uyter Fränkischer Hoheit befand, halten sichr) die Bewohner des Striches von der Rohne und Saonnebis an die Juraischen Gebürge von der Oberherrschaft derFranzösischen Könige losgemacht, und sich im I. 879 eineneignen König auö ihrer Milte gewählt, welcher Stifter desBu rgund ischen Königreichs wurde. 2) Waren diesemBeyspiele bald darauf auch die Einwohner an der andernSeite der Juraischen Gebürge in dem heutigen Savoyenund der Schweiz gefolgt, und hatten sich ebenfalls einenKönig, und zwar aus der Wölfischen Familie erwählt.Auch dieses neue Reich erhielt den Namen des Burgun bi-schen, indessen unterschied man doch beyde durch den Bey«fatz des dießeits oder jenseits des Jura gelegenenReichs. In der Folge wurden aber beyde Reiche in dertvelfischen Familie mit einander vereinigt, und späterhin, imI. ioz2, kamen sie an Teutschland.
Ehe indessen dieses noch geschah, hatte auch der TeutscheKönig Ott 0 1 . dqs ehemalige Longobardische Reich in