i. Cap. Grunzen des tausch. Reichs. 4z
König derl Longobarden und einige Zeit nachher er,neuerte er sogar in seiner Person die bisher im Occidente er,ioschene Römische Kaiserwürde. Unter ihm und sei«nem Sohn und Nachfolger, Ludwig den Frommen,bestand also die Fränkische Monarchie aus dem heutige»Frankreich, der Schweiz, den bey weiten größten Theil vonTeutschland und Italien, mithin war damals Teut sch-lank nöch kein eignes Reich, sondern nur ein Theildes Fränkisch e n Reichs.
Unter Ludwigs des Frommen Söhnen kam es aber zueinem SucceßionSkrieg, welcher durch den zu Verdunim Jahr 84z. geschlossenen Frieden geendigt wurde. Durchdiesen »Frieden wurde die Fränkische Monarchie in dreyThetle getheilt. Carl der Kahle bekam den westlichenTheil des Fränkischen Reichs, ober das heutige Frank-reich bis an dis Flüsse Rhone, Saonne, Maaß undSchelde: Ludwig den östlichen Theil, oder das heutigeTeutschland, bis an den Rhein, und noch die StädteMainz, Worms und Speyer jenseits desselben; allesübrige endlich, was zwischen dem Rhein und den vorhingenannten vier Flüssen lag, erhielt L 0 t h a r nebst I t a l i e nund der Kaiser würde zu seinem Autheil.
Von dieser Zeit an war also Teutschland ein eig-nes, selbst ständigeS Reich, welches seine eignen u»ab-hängigen Könige hatte, und von den übrigen ehemalsFränkischen Reichen getrennt war. Gegen Westen machteder Rhein die Gränze aus, nur daß noch die vorhin ge-nannten drey Städte dazu gehörten.
Die Gränzen des Teutschen Reichs wurden indessen balderweitert; indem nach und nach der ganze Antheil, wel-chen Lothar von der Fränkischen Monarchie erhalten hat.