Druckschrift 
1 (1797)
Entstehung
Seite
44
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H 4 r V- Mgem. Kenntniß des teutsch. Reichs.

Unter den angegebenen teutschen Völkerschaften wußtendieFranken sich vorzüglich in Ansehen zu setzen. Schon«st hatten sie in das benachbarteGallien, welches damalsunter dis Gothen, Burgunder, Bricannier und Römer ge-theklt war, Einfälle gethan, aber bisher mehr, um zu plün-dern, als um Eroberungen zu machen. Endlich unternah-men sie im I. 486. unter der Anführung des Lhlodowigseines ihrer Edeln, einen Hauptangriff auf das RömischeGallien, und nachdem dieser Theil von ihnen erobert war,so wußten sie sich auch bald die übrigen Nationen, welcheGallien bewohnten, unterwürfig zu machen. So entstandalso das Fränkische Reich, welches Gallien, oder dasheutige Frankreich, und einen Theil von Teutschland begriff.Aber die Gränzen dieses Reichs wurden bald erweitert, in-dem nun auch die Alemannier, Bayern, Thüringer undFriesen die Hoheit der Franken, zu deren König sich derHeerführer Chlodowig empor zu schwingen gewußt hatte,und dessen Nachkommen ihm auf den Thron folgten, aner,Lennen musten-

Zn der Folge, nachdem Chlodowigs Nachkommen, diesogenannten Merowinger, durch ihren ersten Staatsbe-amten , denMajordomusPipin, vom Thron gestürztwaren, den nun Pipin selbst und seine Nachkommen, dirCarolin ger, bestiegen, wurden die Gränzen des Fränki-schen Reichs noch immer mehr erweitert. Besonders gelangesCarl dem Großen nach einem mehr als zojährigenKriege, die Sachsen dahin zu bringen,, daß sie sich eineVereinigung mit dem Fränkischen Reiche gefallen ließen.Außerdem besiegte er auch die Langobarden, welche sichin dem obern Theile von Italien niedergelassen, und da-selbst ein eignes Königreich gestiftet hatten, er ward selbst