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Einleitung.
dem uur einige Familien oder Personen, oder aber alleBürger des Staats an der höchsten Gewalt Theil haben.
Menschen, die sich in Staaten begeben, unterwerfensich also einer Oberherrschaft, und opfern folglich einen Theilihrer natürlichen Freiheit, Gleichheit und Unab-hängigkeit auf. Statt daß vorher alle an Rechten ein-ander gleich waren, und Niemand dem andern zu befehlen ^hatte, tritt nun Ungleichheit ein, und es ist nunmehro eineObrigkeit da, deren Befehlen man Folge leisten muß, wennman nicht an Geld und Gut, Leib, Leben oder Ehre ge-straft werden will, und der man noch dazu einen Theil sei-nes mit Mühe und Schweiß erworbenen Verdienstes abge-ben muß! — Waren die Menschen nicht Thoren, da siedieses Opfer brachten? da sie Rechte aufopferten, die manerst jetzt wieder schätzen lernt, und mit Gefahr seines Le-bens wieder zu erobern sucht?
Freylich möchte dies beym ersten Anblick so scheinen.Es ist nicht zu läugnen, daß der natürliche Zustand außer-ordentlich viel Reize hat. Freyheit und Gleichheitsind süßtönende Worte, die auch den minder Schwachen be-zaubern können, und immer mehrere hinrcissen werden, wennman auf eine das Ehrgefühl empörende Art die Irrendenwieder auf den rechten Weg zu bringen sucht *). Wie sehr '
") Uebertriebene Strenge und besonders ausgesuchteStrafen haben, wie die Geschichte aller Völker und aller Reli-gionen beweist, nie etwas gefruchtet, sondern nur Märtyrer ge-macht , und die ganz entgegen gesetzte Wirkung gehabt. Manlasse dem Verrather oder Rebellen den Proceß machen, undihm, wenn er es verdient, den Kopf Abschlägen, aber man trac-tire ibn nicht mit Stocksch lägen, die auch den Besten ver-derbe» , den hundert und aber hundert Iacohiner.nicht würdenverdorben, haben.