28
I. DE TRIBUS ALPHABETIS.
Prcemissa hujus libri divisione in capitula, nunc autor pro-sequitur ista per ordinem. Et potest haec pars dividi in quatuorpartes, secundum numerum quatuor capitulorum. Secunda parsibi: Mentio sed facta. Tertia ibi: In modos. Quarta ibi: Perpraedicta. Prima dividitur in tres partes principales. In primaenim parte tractat autor de bis, qum sunt principia in musica,quoad solvaturam, sicut sunt tria alphabeta, qua) per claves
*
Nachdem die eiutheilung in kapitel vorausgegangen, kommt jetztdie reihe an ihre darstellung, und kann diese in vier absclmitte ge-theilt werden, nach der zahl der vier hauptstücke: erstes hauptstückvon den alphabeten, zweites hauptstück vom monochorde, drittes haupt-stück von den iutervallen (modi), viertes hauptstück von den tonarten(toni). Das erste hauptstück hat drei tlieile: der erste theil v. 24 ff.behandelt die grundlehren der musik für die solvatur (das noten-singen), wie das die drei alphahete sind, welche nach schlüßeln und
*
Mira gestorumFamuli tuorum,
Solve pollutiLabii reatum,
Sancte Johannes!
(Siebe den vers in noten gesetzt bei Forkel, alig. geschickte der musik II, IGOf.264ff. und bei uns am Schlüße der notenabtheilung.) Deutsch: Daß mit vollerstimme deine knechte singen deine wundertliaten, löse entweihter lippen schuld,heiliger Johannes.
Hienach hießen sie denn Ut, Ee, Mi, Fa, Sol, La; der siebente ton kamerst später hinzu mit dem namen Si, wie auch ursprünglich das B beidesnoch bedeutet, das später aufgekommene runde b, mit dem runden bogen,und das eckige b, das in dieser form einem h gleichend späterhin, als dersiebente ton, den auf Gr folgenden namen H erhielt. Zu bemerken ist ferner,daß in der (solvatur- oder solmisations-) tonleiter der halbe tou immer zwi-schen dem dritten und vierten ton, also zwischen Mi und Fa liegt. Diese ton-leiter wurde dann, so oft es nach der läge des halben tons möglich war, d. h.siebenmal in die folge der 23 töne eingelegt, wie dieß die angefügte tabellezeigt, in welcher auch die im folgenden commentare noch weiter genanntennamen der octaven schon eingezeichnet sind. Die einzelnen unter diesen 23(ursprünglich bis d nur 22) tönen wurden nun benannt nach der Zusammen-setzung ihrer ursprünglichen namen mit der tonleiter, wie sie in der tabelleunten zusammengestellt und auf der hand des Guido vom daumen an in derdurch zahlen bezeichueten Ordnung eingezeicknet sind. Vgl. Janssen-Smed-dinck s. 33. 34. 35.